Angriffe auf Journalisten: Politisch motivierte Gewalt erreicht neuen Höchststand in Deutschland
Emma SchmidtJournalisten und Medien als Ziele von Straftaten - Angriffe auf Journalisten: Politisch motivierte Gewalt erreicht neuen Höchststand in Deutschland
Politisch motivierte Straftaten gegen Journalisten und Medienmitarbeiter nehmen in Deutschland stark zu
Von April 2024 bis Ende November 2025 verzeichneten die Behörden bundesweit einen deutlichen Anstieg politisch motivierter Angriffe auf Journalisten und Medienvertreter. Die Entwicklung löst bei Aktivisten und Politikern wachsende Besorgnis aus.
Laut Polizeistatistik gab es in diesem Zeitraum insgesamt 818 politisch motivierte Straftaten gegen Medienfachleute, darunter 89 Gewaltdelikte. Im Schnitt wurden fast 41 Fälle pro Monat registriert.
Allein in Hessen wurden 29 solche Straftaten erfasst – von Propaganda-Delikten und Sachbeschädigung über Nötigung und Bedrohungen bis hin zu einem Fall von Körperverletzung.
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) dokumentierte für das Jahr 2025 55 Angriffe auf Medienvertreter und Redaktionen, nach 89 im Vorjahr. Rund ein Drittel der Taten ging demnach auf rechtsextreme Täter zurück, während 78 Fälle linksextremen Gruppen zugeordnet wurden. Die Organisation verurteilte die zunehmende Einschüchterung und Gewalt und warnte, dass die Delegitimierung des Journalismus selbst mittlerweile eine ernsthafte Bedrohung für den Berufsstand darstelle.
David Schliesing, medienpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, äußerte sich besorgt über die Entwicklung. Er betonte, dass die steigende Zahl solcher Angriffe eine alarmierende Gefahr für die Pressefreiheit sei.
Die Daten zeigen, dass es sich um ein anhaltendes und flächendeckendes Problem handelt. Sowohl Behörden als auch Menschenrechtsorganisationen beobachten die Lage genau. Der Anstieg der Vorfälle unterstreicht die Herausforderungen, denen Medienvertreter in Deutschland heute gegenüberstehen.
