24 March 2026, 04:14

Bayerische Großstädte ohne eine einzige Bürgermeisterin – warum das alarmiert

Cartoon von drei entschlossenen Frauen in traditioneller Kleidung mit einem Schild, auf dem "Wahlrecht für Frauen: Die Frauen-Sozial- und politische Union" steht, vor einem hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

Bayerische Großstädte ohne eine einzige Bürgermeisterin – warum das alarmiert

Bayerische Kommunalwahlen: Keine Frau mehr an der Spitze der Großstädte

Die jüngsten Kommunalwahlen in Bayern haben dazu geführt, dass keine der großen Städte der Region mehr von einer Frau regiert wird. Trotz Bemühungen, die Repräsentation von Frauen zu stärken, zeigen die Ergebnisse kaum Fortschritte bei der Schließung der Geschlechterkluft.

Zwei bekannte Bürgermeisterinnen verloren ihre Ämter: Eva Weber aus Augsburg und Gertrud Maltz-Schwarzfischer aus Regensburg. Ihre Niederlagen markieren das erste Mal seit Jahren, dass in Bayerns größten urbanen Zentren keine Frau mehr an der Spitze steht.

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Die Kampagne "Bayern ruft!" hatte Frauen ermutigt, sich häufiger zur Wahl zu stellen. Zwar stieg die Zahl der Kandidatinnen, doch dies führte nicht zu spürbaren Gewinnen. Erste Zahlen deuten lediglich auf einen leichten Anstieg des Frauenanteils in den Stadträten hin.

Claudia Alfons, Bürgermeisterin von Lindau, wies darauf hin, dass Frauen zwar antreten, aber nach wie vor überproportional oft verlieren. Sie nannte anhaltende Hindernisse wie schlechtere Listenplätze und männliche Konkurrenten, die sie überholen.

Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, betonte, dass Frauen drei Dinge bräuchten, um zu gewinnen: faire Bedingungen, starke Unterstützung durch ihre Parteien und die Zustimmung der Wähler:innen. Zudem mahnte sie an, dass lokale politische Strukturen angepasst werden müssten, um die Vereinbarkeit von Familie und öffentlichem Amt zu erleichtern. Solche Reformen, so Aigner, kämen nicht nur Frauen, sondern auch jungen Vätern zugute.

Doch das Ungleichgewicht beschränkt sich nicht auf die Rathäuser: Auch in den Landratsämtern dominieren Männer. In Oberfranken gibt es überhaupt keine weiblichen Landkreis-Chefinnen.

Die Wahlergebnisse offenbaren eine hartnäckige Lücke in der Geschlechterrepräsentation auf kommunaler Ebene. Da nun keine Frau mehr eine bayerische Großstadt führt und die Zugewinne in den Räten nur minimal ausfallen, werden die Rufe nach strukturellen Reformen lauter.

Aktivist:innen warnen, dass sich die Unterrepräsentation von Frauen in der bayerischen Politik ohne Veränderungen in der Parteiförderung und den Wahlsystemen kaum bald ändern werde.

Quelle