26 April 2026, 00:25

Berliner Bündnis formiert sich gegen rechtsextremes Portal Nius in Kreuzberg

Schwarze und weiße Zeichnung einer Menge, die eine von Gebäuden gesäumte Straße entlanggeht, mit Text oben und unten, der 'Die Unionistendemonstration aus der Sicht des Western Mail Office' lautet.

Berliner Bündnis formiert sich gegen rechtsextremes Portal Nius in Kreuzberg

Rund 250 Aktivistinnen und Aktivisten versammelten sich am Samstag auf dem Gelände des Dragonerareals in Kreuzberg, um ein Protestbündnis gegen das rechtsextreme Medium Nius zu gründen. Bei der Veranstaltung ging es darum, sich gegen das zu wehren, was die Redner als "digitale Pranger" bezeichneten – ein Portal, das für seine Angriffe auf Geflüchtete, Klimaaktivistinnen und -aktivisten sowie die demokratische Zivilgesellschaft bekannt ist.

Nius hatte die Initiative im Vorfeld tagelang beworben – und sie dabei als "linksradikal" und "steuerfinanziert" abgetan. Gleichzeitig kämpft das Medium selbst mit finanziellen Problemen: Für 2023 wurde ein Verlust von 13 Millionen Euro gemeldet.

Das neu gegründete Bündnis Widersetzen organisierte die Informationsveranstaltung, um die Methoden von Nius offenhezulegen. Eine Aktivistin berichtete, dass ein Nius-Mitarbeiter ihre Gruppe unterwandert habe, um heimlich Filmaufnahmen anzufertigen. Andere schilderten, wie die hetzerischen Artikel des Portals regelmäßig Hasswellen auslösen – mit Vergewaltigungsdrohungen, Todesdrohungen und üblen Beleidigungen.

Guido Arnold vom technikkritischen Kollektiv capulcu sprach über die Gefahren von KI-Sprachmodellen und sozialen Medien, die gemeinsame Wahrheiten untergraben. Er argumentierte, dass rechtsextreme Gruppen diese Schwächen gezielt ausnutzen, um Spaltung zu schüren. Gleichzeitig pflegt der Nius-Förderer, der Multimillionär Frank Gotthardt, enge Kontakte zur CDU-Führung – was dem Medium trotz geringer Reichweite finanzielle Unterstützung sichert.

Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden über Gegenstrategien. Vorschläge reichten von gezieltem Widerstand gegen rechtsextreme Medien über Solidaritätskampagnen bis hin zur Unterstützung linker Buchhandlungen. Zudem kündigten die Aktivistinnen und Aktivisten an, in den kommenden Wochen vor den Nius-Büros in der Ritterstraße in Kreuzberg zu demonstrieren.

Die Veranstaltung markierte den Beginn des organisierten Widerstands gegen Nius in Berlin. Die Aktivistinnen und Aktivisten wollen künftig die Arbeit des Portals stören und dessen Einfluss zurückdrängen. Weitere Proteste und Solidaritätsaktionen sind geplant.

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