08 June 2026, 22:11

BKA wird 75: Wie die Digitalisierung die deutsche Polizei revolutioniert

BKA-Chef Münch: Keine Abhängigkeit von einzelnen IT-Unternehmen

BKA-Chef Münch: Keine Abhängigkeit von einzelnen IT-Unternehmen - BKA wird 75: Wie die Digitalisierung die deutsche Polizei revolutioniert

Bundeskriminalamt feiert 75-jähriges Bestehen mit digitalem Wandel

Das Bundeskriminalamt (BKA) begeht sein 75-jähriges Jubiläum mit einer umfassenden Digitalisierungsoffensive. Die Behörde, die einst auf gedruckte Fahndungsbücher und manuelle Akten angewiesen war, treibt nun den Aufbau eines einheitlichen „Daten-Hubs“ für die Strafverfolgung voran. Dieser Schritt soll Ermittlungen beschleunigen und die Abhängigkeit von ausländischen IT-Anbietern verringern.

Der Weg zur digitalen Polizei begann bereits 1972 mit dem Polizeiinformationssystem INPOL, das heute automatisierte Fingerabdruck- und DNA-Abgleiche ermöglicht und so Ermittlungen beschleunigt. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das BKA von der Verteilung physischer Steckbriefe hin zur Verwaltung riesiger digitaler Datenbanken.

Ein neues, zentrales Datenzentrum ist bereits in Betrieb, die vollständige Integration aller Systeme ist bis 2030 geplant. Dieses Netzwerk wird Landespolizeien, das BKA und andere Bundesbehörden verbinden. Die Polizei von Rheinland-Pfalz hat sich bereits angeschlossen, das BKA wird als zweite oder dritte Behörde folgen.

BKA-Präsident Holger Münch strebt digitale Souveränität für Deutschland an, um die Abhängigkeit von ausländischen IT-Firmen zu reduzieren. Die Sorge vor möglichen Störungen wächst – etwa durch gesperrten Zugriff auf kritische Daten oder ferngesteuerte Abschaltungen US-amerikanischer Software aufgrund geopolitischer Spannungen. Als Lösung schlägt Münch eine modulare IT-Infrastruktur mit einer Datenschnittstelle für erweiterte Analysen vor.

In der nächsten Phase geht es darum, das System so weiterzuentwickeln, dass es rohe, unstrukturierte Daten verarbeiten und KI-Technologien einbinden kann. Behörden benötigen schnellen Zugriff auf detaillierte Informationen – etwa zum Familienstand oder zu Tätowierungen von Verdächtigen –, um in einer zunehmend digitalen Welt effektiver ermitteln zu können.

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Die Umstellung des BKA auf einen gemeinsamen Daten-Hub markiert einen Meilenstein bei der Modernisierung der deutschen Strafverfolgung. Bis 2030 soll das System mehrere Behörden vernetzen, die Zusammenarbeit verbessern und Risiken durch ausländische IT-Anbieter minimieren. Nun liegt der Fokus darauf, die Fähigkeiten durch KI und die Analyse unstrukturierter Daten für eine noch effizientere Polizeiarbeit auszubauen.

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