Bremer Buchhandlung "Golden Shop" nach Preisausschluss radikal umgestaltet – Minister Weimer greift ein
Niklas BrandtBremer Buchhandlung "Golden Shop" nach Preisausschluss radikal umgestaltet – Minister Weimer greift ein
Buchhandlung „Golden Shop“ in Bremen nach Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 radikal umgestaltet
Nach dem Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 hat die Bremer Buchhandlung Golden Shop ein auffälliges Redesign erhalten. Kulturminister Wolfram Weimer griff persönlich ein und ließ die Fassade des Ladens mit handschriftlichen Zitaten seiner eigenen Feder bedecken. Der Schritt folgt einer Untersuchung des Geschäfts durch den Verfassungsschutz.
Am Samstagnachmittag brachten sechs Personen ein großes Stofftransparent am Giebel der Buchhandlung an. Es verdeckte den umstrittenen Slogan des Ladens und ersetzte ihn durch Sätze, die Weimer selbst verfasst hatte – darunter „Das soll überhaupt kein Kulturkampf sein“, „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde“ und „Europa reproduziert sich biologisch nicht mehr“.
Im Inneren wurde das Schaufenster mit einem überdimensionalen Porträt Weimers sowie seinen Büchern neu gestaltet. Die Umgestaltung von Innen- und Außenbereich übernahm der Bremer Künstler Sönke Lühring, der sich dabei von früheren Erscheinungsbildern des Ladens inspirieren ließ.
Betreiberin Ausma Zvidrina bestätigte, dass die Buchhandlung weiterhin keine Werke Weimers führen werde. Auf die Frage, ob das Redesign eine Distanzierung von linksextremen Positionen signalisieren solle, reagierte sie mit Lachen.
Der Golden Shop war eine von drei Buchhandlungen, die vom Verfassungsschutz überprüft wurden. Weimers Eingriff hat das Erscheinungsbild des Ladens deutlich verändert – an der Haltung der Inhaberin zur Sortimentspolitik ändert das jedoch nichts. Die Fassade zieren nun vor allem die Worte des Ministers.






