Bundesweiter Apothekenstreik am 23. März: Warum die Löhne jetzt explodieren müssen
Niklas BrandtBundesweiter Apothekenstreik am 23. März: Warum die Löhne jetzt explodieren müssen
Apotheker in ganz Deutschland bereiten sich auf einen bundesweiten Streik am 23. März vor. An diesem Tag werden sie ihre Apotheken schließen und zentrale Kundgebungen abhalten, um höhere Löhne zu fordern. Die Proteste richten sich gegen die gesetzlichen Krankenkassen, die ihren Führungskräften hohe Gehälter zahlen, während gleichzeitig die Finanzierung der Apotheken gekürzt wird.
Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, wird sich an den Aktionen beteiligen. Er kritisiert, dass es seit Jahren keine Lohnerhöhungen für Apothekenmitarbeiter gebe – was den Fachkräftemangel weiter verschärfe.
Die Proteste zielen nicht auf die Bundesregierung oder Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), sondern auf die Krankenkassen, die hohe Managergehälter aufrechterhalten, während die Vergütung für Apotheken sinkt. So verdienten 2023 einige Spitzenkräfte großer Kassen über 250.000 Euro, der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK) erhielt sogar 383.122 Euro. Der Chef der Handelskrankenkasse bekam eine Gehaltserhöhung von 21.419 Euro und verdiente damit 287.104 Euro.
Fehske hinterfragte zudem den GKV-Spitzenverband zu Tarifverhandlungen für AOK-Beschäftigte. Er warnte, dass eine Lohnerhöhung von 7 Prozent die Versicherten jährlich rund 250 Millionen Euro kosten könnte. Der Verband reagierte nicht auf seine Bedenken und lehnte zudem ab, ein Foto für Protestplakate zur Verfügung zu stellen.
Unklar bleibt, wie sich die Gehälter der Führungskräfte im Vergleich zu denen der Mitarbeiter in den letzten drei Jahren entwickelt haben. Auch der genaue Durchschnittsverdienst der Kassenmanager für 2023 ist nicht bekannt.
Am 23. März werden Apotheken bundesweit geschlossen, während die Belegschaften für faire Löhne kämpfen. Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen Apotheken und Krankenkassen bei der Finanzierung und den Managergehältern. Die Apotheker argumentieren, dass die Unterfinanzierung den Personalmangel verschärft und die Versorgungsqualität gefährdet.






