09 March 2026, 06:23

Daniela Cavallos Kampf um eine zweite Amtszeit als VW-Betriebsratschefin

Eine Frau in einem schwarzen und weißen Kleid steht vor einem Zaun mit einem Zitat über Frauenunternehmertum, mit Bäumen, Fahrzeugen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Die mächtigste Frau bei Volkswagen: Wer ist Daniela Cavallo? - Daniela Cavallos Kampf um eine zweite Amtszeit als VW-Betriebsratschefin

Daniela Cavallo kandidiert für eine weitere Amtszeit als Vorsitzende des Betriebsrats im Volkswagen-Werk Wolfsburg. Die laufenden Wahlen folgen auf Jahre wirtschaftlicher Herausforderungen – von Sparmaßnahmen bis hin zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Als langjährige Führungskraft im Unternehmen hat sie die Belegschaft durch zahlreiche Krisen geleitet, während sie gleichzeitig ihre Verbundenheit mit der Stadt und dem Fußballverein VfL Wolfsburg pflegt.

In Wolfsburg geboren und aufgewachsen, sieht Cavallo ihre Karriere als persönliche Erfolgsgeschichte der Integration. Obwohl ihre italienischen Eltern einst planten, nach Italien zurückzukehren, blieb sie in der Stadt und baute sich hier ein Leben auf. Heute unterstützt sie nicht nur den VfL Wolfsburg, sondern sitzt auch in dessen Aufsichtsrat.

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2018 gewann ihre von der IG Metall unterstützte Liste 34 der 67 Sitze im Betriebsrat. Seither hat Volkswagen massive Umbrüche erlebt: Einsparungen in Höhe von 5 Milliarden Euro, Stellenabbau, die Elektrowende, einen Subventionsskandal in China und die Folgen der Pandemie. Diese Entwicklungen prägen den Wahlkampf 2024 – der Anteil der IG Metall ist auf 29 Sitze gesunken.

Seit fünf Jahren steht Cavallo dem Betriebsrat vor und erhält Lob von prominenten Persönlichkeiten wie Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies. Er beschreibt sie als entschlossene Führungskraft, die mit Fachwissen und Überzeugung für die Belegschaft kämpft. Kritiker werfen ihr jedoch vor, dass unter ihrer Führung Zugeständnisse gemacht wurden, die zu Arbeitsplatzverlusten und Werksschließungen führten.

Die Wahlen 2022 zeigten eine starke Unterstützung für ihre Führung: Die IG Metall erreichte 85,5 Prozent der Stimmen. Nun, da die Zukunft des Golf-Modells auf dem Spiel steht – mit Warnungen, dass Wolfsburg die Verbrenner-Version bis 2027 verlieren könnte –, bleibt ihre Rolle bei der Gestaltung der nächsten Volkswagen-Ära unter genauer Beobachtung.

Als eine der wenigen Frauen an der Spitze eines großen europäischen Betriebsrats räumt Cavallo ein, dass die Gleichstellung nur langsam vorankommt. Doch ihr Fokus bleibt auf Wolfsburg gerichtet, wo ihre beruflichen und persönlichen Wurzeln tief verankert sind.

Die Wahlergebnisse werden entscheiden, ob Cavallo ihre Position als Betriebsratsvorsitzende behält. Ihre Führung fällt in eine entscheidende Phase für Volkswagen, in der wirtschaftliche Zwänge und Branchenveränderungen die Zukunft des Unternehmens prägen. Das Ergebnis wird auch zeigen, wie viel Vertrauen die Belegschaft in ihren Ansatz zu Arbeitsplatzsicherheit und Werksbetrieb setzt.

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