Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Demokratie beendete
Philipp MeyerIn der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Der "Tag von Potsdam" 1933: Wie ein Händedruck die Demokratie beendete
Der "Tag von Potsdam" am 21. März 1933 markierte einen Wendepunkt der deutschen Geschichte. Die in der Garnisonkirche abgehaltende Veranstaltung symbolisierte den Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Herrschaft. Ein Händedruck zwischen Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg wurde zu einem der prägendsten Bilder dieses Tages.
Die Zeremonie war sorgfältig inszeniert, um die Einheit zwischen der alten konservativen Elite und der aufstrebenden NS-Bewegung zu demonstrieren. Hindenburg, ein angesehener Feldmarschall des Ersten Weltkriegs, verlieh Hitlers neuer Regierung damit Legitimität. Der öffentliche Händedruck in der Garnisonkirche wurde fotografiert und weit verbreitet – und festigte so den Eindruck eines reibungslosen Machtwechsels.
Heute gilt der "Tag von Potsdam" als Geburtsstunde des Dritten Reiches. Er leitete die Machtkonsolidierung der Nationalsozialisten ein und ebnete den Weg in die folgende Diktatur. Die Garnisonkirche selbst, Schauplatz des Ereignisses, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1968 von den DDR-Behörden abgerissen.
Seit den 2000er-Jahren arbeitet die "Stiftung für den Wiederaufbau der Garnisonkirche" daran, die Kirche möglichst originalgetreu wiederaufzubauen. Das Vorhaben löst kontroverse Debatten aus, denn das Gebäude ist eng mit der NS-Geschichte verbunden. Kritiker, vor allem aus linkspolitischen Kreisen, werfen dem Projekt vor, es verherrliche eine dunkle Epoche, während Befürworter wie der ehemalige Kirchenführer Wolfgang Huber es als Teil der historischen Bewahrung verteidigen. Die Kuppel des Turms soll nach Ostern 2026 wiedererrichtet werden.
Jährlich findet in der Kirche mittlerweile ein Gedenkgottesdienst statt, der an die Ereignisse von 1933 und ihre Folgen erinnert.
Die Garnisonkirche bleibt ein umstrittenes Symbol der deutschen Vergangenheit. Während der Wiederaufbau voranschreitet, wird weiterhin diskutiert, wie der "Tag von Potsdam" angemessen erinnert werden soll. Der Ort steht für den Moment, in dem die Demokratie der Diktatur wich.






