Deutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr
Niklas BrandtDeutsche Bahn friert Fernverkehrspreise ein – doch Kritiker fordern mehr
Die Deutsche Bahn hat bekannt gegeben, dass die Preise für Fernverkehrstickets ab dem 1. Mai für ein Jahr stabil bleiben. Die Entscheidung ist Teil der Bemühungen, die Belastungen durch die anhaltende Energiekrise abzumildern. Doch Fahrgastverbände zweifeln daran, ob dieser Schritt ausreicht.
Vorstandschefin Evelyn Palla bestätigte, dass die Ticketpreise bis mindestens Mai 2025 unverändert bleiben. Die Preissperre gilt für alle Fernverkehrsangebote, auch wenn es keine Festpreise gibt – die Kosten hängen weiterhin von Strecke und Nachfrage ab.
Detlef Neuß, Ehrenvorsitzender der Fahrgastorganisation Pro Bahn, kritisierte die Ankündigung scharf. Er forderte, die Bahn solle die Preise für einen begrenzten Zeitraum senken, statt sie lediglich einzufrieren. Neuß verwies zudem auf anhaltende Probleme wie Verspätungen und Zugausfälle, die seiner Meinung nach die Glaubwürdigkeit des Unternehmens untergraben.
Zudem äußerte Neuß Zweifel, wie sich die Preissperre auf die dynamische Preisgestaltung auswirken werde. Selbst bei stabilen Grundpreisen könnten die Kosten je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung weiterhin schwanken. Pro Bahn bewertet die Maßnahme als unzureichend, insbesondere für Fahrgäste, die mit anhaltenden Serviceproblemen konfrontiert sind.
Die Preissperre tritt am 1. Mai in Kraft und gilt für zwölf Monate. Die Deutsche Bahn will damit Planungssicherheit in Zeiten steigender Energiekosten bieten. Fahrgastverbände fordern jedoch weitergehende Reformen, um die Erschwinglichkeit und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs zu verbessern.






