24 June 2026, 10:08

Deutschland erweitert Liste der sicheren Herkunftsländer – was das für Asylbewerber bedeutet

Geringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern

Geringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Deutschland erweitert Liste der sicheren Herkunftsländer – was das für Asylbewerber bedeutet

Deutschland hat seine Liste der sicheren Herkunftsländer um Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, den Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, die Republik Moldau, den Senegal und Serbien erweitert. Diese Einstufung bedeutet, dass diese Staaten als frei von staatlicher Verfolgung gelten und in der Lage sind, ihre Bürger vor nichtstaatlichen Bedrohungen zu schützen.

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Nach deutschem Asylrecht gilt für Antragsteller aus diesen Ländern die Vermutung, dass keine Verfolgungsgefahr besteht. Dennoch können sie weiterhin Asyl beantragen, wenn sie der Ansicht sind, einer individuellen Gefahr ausgesetzt zu sein. Zudem sieht das Gesetz vor, dass Aufenthalte in Erstaufnahmeeinrichtungen in der Regel 18 Monate nicht überschreiten dürfen – außer in besonderen Ausnahmefällen.

Die durchschnittliche Verweildauer in diesen Einrichtungen ist zwischen 2023 und 2025 deutlich angestiegen. So verbrachten türkische Staatsangehörige im Jahr 2025 im Schnitt 226 Tage in der Erstaufnahme – gegenüber nur 63 Tagen im Jahr 2023. Auch bei Syrern stieg die Dauer deutlich: 2025 lag der Durchschnitt bei 197 Tagen, zwei Jahre zuvor noch bei 66 Tagen.

In Hessen blieb der Anteil der Asylsuchenden aus sicheren Herkunftsländern in den vergangenen drei Jahren gering. Kein einziges dieser Länder erreichte auch nur annähernd einen Prozentanteil an allen der Region zugewiesenen Asylbewerbern. Bundesweit ist die Gesamtzahl der Asylanträge in Deutschland von knapp 15.000 im Jahr 2024 auf unter 8.000 im Jahr 2025 gesunken.

Die neue Einstufung wirkt sich auf die Bearbeitung von Asylanträgen aus diesen Ländern aus. Die längeren Aufenthalte in den Aufnahmeeinrichtungen spiegeln allgemeine Trends im deutschen Asylsystem wider. Der Rückgang der Antragszahlen deutet auf veränderte Migrationsbewegungen oder strengere politische Vorgaben hin.

Quelle