20 April 2026, 18:16

Deutschland privatisiert Sefe: Staat zieht sich bis 2028 aus Ex-Gazprom-Tochter zurück

Eine Balkendiagramm, das den prozentualen Anteil von Russlands Erdgasimporten in Europa zeigt, mit Text, der die Investitionsprozente im Land angibt.

Deutschland privatisiert Sefe: Staat zieht sich bis 2028 aus Ex-Gazprom-Tochter zurück

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, dem Energieunternehmen, das früher als Gazprom Germania bekannt war. Die Bundesregierung hatte das Unternehmen 2022 nach Russlands Angriff auf die Ukraine unter staatliche Kontrolle gestellt. Nun streben die Verantwortlichen an, ihren Anteil bis Ende 2028 um 75 Prozent zu verringern.

Unterdessen erwägt die Republik Moldau die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz, während die Spannungen mit Gazprom anhalten. In Serbien hat die US-Regierung eine letzte einmonatige Sanktionen-Ausnahme für das staatliche Ölunternehmen NIS bewilligt, an dem Gazprom Neft die Mehrheit hält.

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Die Privatisierung von Sefe in Deutschland folgt auf Jahre geopolitischer Belastungen und steigender Gaspreise. Unternehmenschef Egbert Laege bestätigte, dass diese Entwicklungen den Prozess beschleunigt hätten. Zur Vorbereitung des Verkaufs plant Sefe eine Kapitalerhöhung von 1,5 bis 2 Milliarden Euro. Anschließend wird der Staat seinen Anteil schrittweise weiter reduzieren, nachdem die ersten Aktien auf den Markt gebracht wurden.

Das Unternehmen schloss eine Zerschlagung seiner Vermögenswerte aus und betonte, dass die Kerngeschäfte erhalten bleiben. Medienberichten zufolge prüft Deutschland zudem eine mögliche Fusion zwischen Sefe und Uniper, einem weiteren großen Energieversorger.

In der Republik Moldau zieht die Regierung eine vollständige Übernahme von Moldovagaz in Erwägung, um den anhaltenden Streit mit Gazprom beizulegen. Der Schritt würde das Unternehmen in staatlichen Besitz überführen und die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen verringern.

Das serbische Ölunternehmen NIS erhielt unterdessen eine vorübergehende Atempause. Das US-Finanzministerium hatte ursprünglich gefordert, dass Gazprom Neft seinen Anteil innerhalb von 45 Tagen veräußert. Stattdessen wurde eine letzte einmonatige Fristverlängerung gewährt, die unmittelbare Sanktionen vorerst abwendet.

Die Privatisierung von Sefe markiert einen wichtigen Schritt zur Verringerung der staatlichen Einflussnahme im Energiesektor. Die Kapitalerhöhung und eine mögliche Fusion mit Uniper werden die zukünftige Struktur des Unternehmens prägen. Die Verstaatlichungspläne der Republik Moldau und die Fristverlängerung für Serbien spiegeln die größeren Verschiebungen in Europas Energiebeziehungen zu Russland wider.

Quelle