Deutschlands Ärzteschaft wird bunter: Mehr ausländische Mediziner und junge Nachwuchskräfte
Philipp MeyerEtwa jeder achte Arzt in Deutschland hat keine deutsche Staatsbürgerschaft - Deutschlands Ärzteschaft wird bunter: Mehr ausländische Mediziner und junge Nachwuchskräfte
Deutschlands Ärzteschaft im Wandel: Mehr ausländische Mediziner, mehr Nachwuchs, neue Arbeitsmuster
Die deutsche Ärzteschaft verändert sich rasant: Immer mehr Mediziner kommen aus dem Ausland, gleichzeitig steigt die Zahl junger Ärztinnen und Ärzte. Gleichzeitig verschieben sich Arbeitsweisen und demografische Strukturen in der Branche.
2024 arbeiteten in Deutschland 121.000 Ärztinnen und Ärzte in Human- und Zahnmedizin, die aus anderen Ländern zugewandert waren – das entspricht 24 Prozent der gesamten Ärzteschaft. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2014, als der Ausländeranteil noch bei 7 Prozent (30.000 Personen) lag. Im selben Jahr verfügten 64.000 praktizierende Mediziner nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft, was 13 Prozent der Berufsgruppe ausmachte.
Allein 2024 erhielten rund 7.600 ausländische Abschlüsse in Human- und Zahnmedizin die volle Anerkennung in Deutschland. Gleichzeitig studieren auch viele deutsche Medizinstudierende im Ausland: 2023 waren es 2.600 in Österreich und 1.900 in Ungarn.
Im Inland stieg die Zahl der Medizinstudierenden deutlich an. Im Wintersemester 2024/2025 begannen 15.900 Studierende ein Humanmedizinstudium – ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren.
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Ärztinnen und Ärzten lag 2024 bei 40,3 Stunden und damit über dem bundesweiten Durchschnitt von 34 Stunden für alle Erwerbstätigen. Gleichzeitig nahm die Teilzeitbeschäftigung zu: 2024 arbeiteten 28 Prozent der Mediziner in Teilzeit (2014: 15 Prozent). Zudem war fast ein Drittel der Ärzteschaft 55 Jahre oder älter.
Die Daten zeigen eine wachsende Abhängigkeit von im Ausland ausgebildeten Medizinerinnen und Medizinern in Deutschland. Gleichzeitig steigt die Zahl der Studierenden in der medizinischen Ausbildung, während sich Arbeitszeiten und Beschäftigungsmodelle weiterentwickeln. Der hohe Anteil älterer Ärztinnen und Ärzte deutet auf mögliche künftige Personalengpässe hin.






