10 May 2026, 22:18

DGB eröffnet Bundeskongress mit scharfer Kritik an Regierungsreformen und Sozialpolitik

Eine große Gruppe von Menschen protestiert vor einem Gebäude, einige halten Schilder und tragen Helme, mit einem Schildständer und einem Baum im Vordergrund und Hintergrund.

DGB eröffnet Bundeskongress mit scharfer Kritik an Regierungsreformen und Sozialpolitik

Deutschlands größter Gewerkschaftsbund, der DGB, hat in Berlin seinen Bundeskongress eröffnet. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag mit scharfer Kritik an den Reformplänen der Regierung. Die Spitzenvertreter warnen, dass die vorgeschlagenen Änderungen die Arbeitsbedingungen verschlechtern könnten, ohne die größeren wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.

In einem Entwurf für die Kongressresolution wirft der DGB der Bundesregierung vor, in internen Streitigkeiten festzustecken. Die Minister hätten es versäumt, mit Gewerkschaften und Arbeitgebern bei breit unterstützten Vorhaben zusammenzuarbeiten. Stattdessen stießen umstrittene Maßnahmen wie die Einmalzahlung von 1.000 Euro oder die Spritpreis-Rabatte auf geteilte Reaktionen.

Besorgnis äußert der Gewerkschaftsbund auch bei den Gesundheitsreformen. Die Versicherten trügen eine zu hohe finanzielle Last, während sich Unternehmen ihrer Verantwortung entzögen. Der DGB warnt, dass geplante Kürzungen bei der gesetzlichen Rente oder Sparmaßnahmen über die Rentenkommission die Beschäftigten zusätzlich belasten würden.

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In Sachen Arbeitsrechte lehnt der DGB jede Abschaffung des Acht-Stunden-Tags oder die Streichung gesetzlicher Feiertage ab. Auch Vorhaben, den Kündigungsschutz zu schwächen oder Teilzeitarbeitsrechte einzuschränken, werden zurückgewiesen. Ein weiteres großes Problem sieht der Bund in der Einführung eines teilweisen Krankengelds, das mehr Arbeitnehmer dazu drängen könnte, trotz Krankheit zur Arbeit zu erscheinen – ein Phänomen, das als „Präsentismus“ bekannt ist.

Die Resolution richtet sich direkt gegen die Reformpläne von CDU/CSU und SPD. Sie argumentiert, dass die Beschäftigten die Hauptlast der Reformen tragen müssten, während sich weite Teile der Wirtschaft ihrer Verantwortung entzögen.

Der DGB-Bundeskongress setzt damit einen konfrontativen Ton und unterstreicht die tiefen Meinungsverschiedenheiten in der Arbeits- und Sozialpolitik. Die Warnungen der Gewerkschaft konzentrieren sich auf konkrete Risiken: schwächerer Kündigungsschutz, ungerechte Gesundheitskosten und den Druck auf Arbeitnehmer, trotz Krankheit zu arbeiten. Die Regierung sieht sich nun mit Forderungen konfrontiert, ihren Kurs zu überdenken und enger mit den Sozialpartnern zusammenzuarbeiten.

Quelle