Frankfurt stoppt Gentrifizierung: Leerstand wird zu bezahlbarem Wohnraum
Philipp MeyerFrankfurt stoppt Gentrifizierung: Leerstand wird zu bezahlbarem Wohnraum
Frankfurt hat einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen Gentrifizierung unternommen: Ein langjährig leerstehendes Wohngebäude in der Wittelsbacherallee 89 wurde der DachGeno RheinMain für ein gemeinwohlorientiertes, nicht-kommerzielles Wohnprojekt übertragen. Die Entscheidung steht im Einklang mit den Frankfurter Milieuschutzverordnungen, die bezahlbaren Wohnraum sichern und Verdrängung in geschützten Gebieten verhindern sollen.
Die Stadt machte von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch, um das Gebäude in einer ausgewiesenen Milieuschutzzone zu erwerben. Damit wird sichergestellt, dass die Revitalisierung des Hauses nicht der Profitmaximierung, sondern der Bezahlbarkeit und dem Gemeinwohl dient. Am Vergabeverfahren konnten sich Privatpersonen, Genossenschaften, gemeinnützige Organisationen und Wohnkollektive beteiligen – gewerbliche Immobilienmakler wurden ausgeschlossen.
Den Zuschlag erhielt die DachGeno RheinMain dank eines überzeugenden, wirtschaftlich tragfähigen Konzepts und einer klaren Verpflichtung zum Projekt. Die Genossenschaft tritt nun in eine sechs- bis zwölfmonatige Verhandlungsphase ein, um eine Vorvereinbarung auszuhandeln, Meilensteine festzulegen und die weiteren Pläne für das Gebäude zu konkretisieren. Sylvia Weber, Leiterin des Amts für Bildung, Immobilien und Neubauten, rechnet damit, dass der Vertrag bis Ende 2026 oder Anfang 2027 unterzeichnet wird.
Abschließend muss der Magistrat der Stadt dem Stadtrat einen Beschlussvorschlag zur Genehmigung vorlegen. Das Projekt markiert den Auftakt zu Frankfurts umfassender Strategie, städtische Liegenschaften, die im Rahmen des Gebietsschutzes erworben wurden, schrittweise wieder in private Trägerschaft zu überführen – allerdings unter strengen Auflagen.
Die Übertragung der Wittelsbacherallee 89 setzt neue Maßstäbe dafür, wie Frankfurt seine Immobilienbestände nutzt. Sie unterstreicht den Fokus der Stadt auf langfristige soziale Stabilität, Bezahlbarkeit und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Sobald der Stadtrat zustimmt, wird die Vereinbarung diese Prioritäten verbindlich festschreiben.






