17 June 2026, 17:23

Frankfurt überholt London: Wie die Stadt Europas Finanzzentrum wurde

Warum keine große Bank mehr an Frankfurt vorbeikommt

Frankfurt überholt London: Wie die Stadt Europas Finanzzentrum wurde

Frankfurt festigt seine Position als Europas Finanzzentrum

Die Stadt hat sich als kontinentaler Knotenpunkt für Geldströme, Daten und Kapital etabliert. Ihr Aufstieg beschleunigte sich nach dem Brexit, als Großbanken und digitale Infrastruktur massiv in den deutschen Standort abwanderten.

Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU verlagerten sich Schätzungen zufolge Vermögen im Wert von 2,5 Billionen Euro von London in europäische Finanzzentren. Frankfurt sicherte sich dabei den größten Anteil an traditionellen Bankgeschäften. Globale Institute wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Morgan Stanley haben seitdem ihre Aktivitäten in der Stadt ausgeweitet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Sitz in Frankfurt und gestaltet von hier aus die Geldpolitik für die 20 Länder der Eurozone. Ihre Entscheidungen zu Zinssätzen oder Anleihenkäufen wirken sich direkt auf die Märkte in der gesamten Region aus. Auch die Deutsche Bundesbank, Deutschlands Zentralbank, übt im Eurosystem weiterhin erheblichen Einfluss aus und spielt eine zentrale Rolle in politischen Debatten.

Frankfurts Finanzinfrastruktur geht jedoch über das klassische Bankwesen hinaus. Die Deutsche Börse AG, die Plattformen wie Xetra, Clearstream und Eurex betreibt, bildet eine weitere Säule der wirtschaftlichen Stärke der Stadt. Zudem beherbergt Frankfurt DE-CIX, einen der größten Internetknotenpunkte der Welt, was seine Position als digitales Zentrum für die Finanzmärkte unterstreicht. Darüber hinaus verwaltet die Stadt das europäische TARGET-System für Großtransaktionen – ein Großteil der interbanklichen Überweisungen in Europa läuft über ihre Infrastruktur.

Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM), ebenfalls in Frankfurt angesiedelt, überwacht die größten Kreditinstitute der Eurozone, darunter die Deutsche Bank, BNP Paribas, UniCredit und Santander. Dies festigt die Aufsichtsrolle der Stadt zusätzlich.

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Frankfurts Vorherrschaft in den Bereichen Finanzen, Daten und Regulierung ist heute unbestritten. Die Verlagerung von Vermögen, die Ansiedlung zentraler Institutionen und die hochmoderne Infrastruktur machen die Stadt zu einem unverzichtbaren Baustein des europäischen Wirtschaftssystems. Ihre prägende Rolle bei der Gestaltung der Geldpolitik und der Abwicklung grenzüberschreitender Transaktionen unterstreicht ihre zentrale Stellung.

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