Gießen zeigt Solidarität nach Brandanschlag auf Synagoge
Rund 300 Menschen versammelten sich auf dem Kircheplatz in Gießen, um ihre Solidarität mit der örtlichen jüdischen Gemeinde zu zeigen. Die Kundgebung folgte einem Brandanschlag vor der Synagoge am 13. Januar. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt, doch die Tat löste weitreichende Besorgnis aus.
Der Angriff ereignete sich, als ein 32-jähriger Mann einen Mülleimer in der Nähe der Synagoge in Brand setzte. Der Verdächtige befindet sich derzeit in einer psychiatrischen Einrichtung. Als Reaktion organisierten die Stadt Gießen und 50 weitere Organisationen eine Solidaritätskundgebung.
Bei der Veranstaltung sprachen unter anderem Polizeipräsident Torsten Krückemeier, der Ratsvorsitzende Joachim Grußdorf sowie religiöse Würdenträger. Bürgermeister Frank-Tilo Becher betonte, der Anschlag richte sich gegen jüdisches Leben und demokratische Werte. Der Schauspieler Roman Kurtz verlas eine gemeinsame Erklärung der Gießener Parteien.
Musikalische Beiträge von Benjamin Schneider und Laura Baradé bereicherten die Atmosphäre der Kundgebung. Dow Aviv, der Gemeinschaftsvorsitzende, beendete die Demonstration mit den Worten: „Die Kundgebung endet jetzt, aber unsere Verantwortung endet nie.“
Die Versammlung unterstrich die starke lokale Unterstützung für die jüdische Gemeinde. Veranstalter und Teilnehmer betonten die Notwendigkeit anhaltender Wachsamkeit und Einheit. Die Kundgebung bekräftigte das Engagement der Stadt für den Schutz demokratischer Grundwerte und religiöser Freiheit.
