18 March 2026, 08:13

Giffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Personalnot in Berlins Apotheken

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Innenwänden, an einer Straßenecke mit einer Straße unten.

Giffey diskutiert mit Apothekerin über Reformen und Personalnot in Berlins Apotheken

Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey besuchte diese Woche die Alte Kloster-Apotheke in Rudow. Im Mittelpunkt des Treffens standen die wachsenden Belastungen für lokale Apotheken, darunter finanzielle Engpässe und Personalmangel. Apothekeninhaberin Katja Laurisch-Nehrkorn brachte zentrale Bedenken hinsichtlich anstehender Reformen und deren Auswirkungen auf die Branche vor.

Giffey verbrachte über eine Stunde in der Apotheke und hörte sich Laurisch-Nehrkorns detaillierten Bericht über die aktuellen Herausforderungen an. Zu den besprochenen Themen gehörte die zunehmende Direktverteilung hochpreisiger Medikamente, die traditionelle Großhandelswege bedroht. Zudem warnte Laurisch-Nehrkorn vor der geplanten Berliner Ausbildungsabgabe, die sie als zusätzliche finanzielle Belastung für ohnehin schon stark beanspruchte Apotheken bezeichnete.

Die Diskussion kam auch auf die Apothekenvergütungsreform der Ampel-Koalition von 2021 zu sprechen, die volumenbasierte Zahlungen durch leistungsabhängige Boni ersetzte. Seit der Einführung des ApoBonus-Systems 2024 stagnieren die Löhne des Personals, während die nominalen Erhöhungen bei nur 2–4 % liegen – bei einer Inflation von 6–8 %. Laurisch-Nehrkorn forderte fairere Gebührenverhandlungen, bessere Bezahlung zur Fachkräftebindung sowie verbindliche Rechte für Apotheker, ihre Preise selbst festzulegen.

Kritisch äußerte sie sich auch zu Plänen, die Aufgaben von Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) auszuweiten. Dies könnte ihrer Meinung nach den Weg für Drogerieketten ebnen, verschreibungspflichtige Medikamente abzugeben. Giffey nahm die Bedenken zur Kenntnis und versprach, sie mit der Berliner Gesundheitssenatorin zu erörtern. Vor ihrem Abschied dankte sie Laurisch-Nehrkorn für deren Engagement bei der medizinischen Versorgung der Rudower Gemeinschaft.

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Der Besuch unterstrich die finanziellen und betrieblichen Herausforderungen, denen Berlins Apotheken durch die jüngsten Reformen ausgesetzt sind. Giffeys Zusage, die Themen auf höherer Ebene vorzubringen, eröffnet eine mögliche Grundlage für weitere Gespräche. Laurisch-Nehrkorns Forderungen nach fairen Löhnen und stärkeren Verhandlungsrechten bleiben indes weiterhin ungelöst.

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