31 May 2026, 10:11

Glasfaserausbau in Deutschland: Regulierung bremst oder beschleunigt das Wachstum?

Zwischen Markt und Regulation: Streit um den Open Access

Glasfaserausbau in Deutschland: Regulierung bremst oder beschleunigt das Wachstum?

Deutschlands Glasfaserbranche wächst rasant – doch Streit über Regulierung und Investitionen nimmt zu

Die Glasfaserindustrie in Deutschland expandiert schnell: Fast 300 Anbieter bauen derzeit Hochgeschwindigkeitsnetze aus. Dabei gewinnen Open-Access-Vereinbarungen zunehmend an Bedeutung, doch die Debatten über Regulierung und Investitionsrisiken werden schärfer. Während einige Unternehmen strengere Regeln begrüßen, warnen andere, dass diese den Ausbau bremsen könnten.

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Bereits jetzt gibt es Fortschritte bei der Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern. Mit der standardisierten Schnittstelle S/PRI wurden Glasfaseranschlüsse kompatibler gemacht – ein Schritt, der die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur erleichtern soll.

Doch wie viel Regulierung nötig ist, bleibt umstritten. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), spricht sich für strengere Aufsicht aus, insbesondere dort, wo Open Access nicht funktioniert. Sie unterstützt zudem einen Entwurf für das neue Telekommunikationsgesetz (TKG), das verpflichtende Verhandlungen zwischen Netzanbietern vorschreibt. Kritiker halten dies jedoch für kontraproduktiv.

Marc Kahabka von VSE Net warnt, dass zusätzliche Standards jetzt unnötige Hürden schaffen würden. Robin Weiand von Westconnect geht noch weiter: Zu strenge Regeln könnten Unternehmen ganz davon abhalten, in Glasfaser zu investieren. Andere sehen Open Access hingegen als entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Steven Blount von EWE Tel räumt ein, dass Open Access höhere Anfangsinvestitionen erfordert, betont aber, dass es die Auslastung der Netze sichert. Frank Rosenberger von 1&1 Versatel verweist darauf, dass 83 Prozent der Kunden ihren Internetanbieter frei wählen möchten. Einige Unternehmen setzen das Modell bereits um: Deutsche GigaNetz kooperiert mit dem schwedischen Provider Bahnhof und Westconnect, während Plusnet die Netze von OXG nutzt, um eigene Dienstleistungen anzubieten.

Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge planen, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für Dritte zu öffnen. Das Unternehmen rechnet zwar mit einem Kundenrückgang von zehn Prozent, erwartet aber gleichzeitig einen Anstieg der Netzauslastung um 15 bis 20 Prozent, sobald der Zugang geteilt wird.

Der Druck in Richtung Open Access verändert den deutschen Glasfasermarkt – doch die Meinungen, wie Regulierung und Investitionen in Einklang zu bringen sind, gehen auseinander. Während einige Betreiber ihre Netze teilen wollen, warnen andere, dass zu strenge Vorgaben die künftige Expansion gefährden könnten. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie neue Gesetze umgesetzt werden und ob die Unternehmen sich anpassen können, ohne ihre Wachstumspläne zu kürzen.

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