Groß-Gerau lehnt Milliarden-Investition für Mega-Rechenzentrum ab
Politiker in Groß-Gerau haben Pläne für eines der größten Rechenzentren Europas abgelehnt. Der Vorschlag stammte vom US-Unternehmen Vantage Data Centres, das in das Projekt 2,5 Milliarden Euro investieren wollte. Der Stadtrat stimmte am 3. Februar 2023 gegen das Vorhaben – bei 18 Gegenstimmen und 14 Befürwortern.
Vantage Data Centres plante den Bau einer 174-Megawatt-Anlage auf einem 14 Hektar großen Gelände. Das Unternehmen versprach der Stadt Millionen an Steuereinnahmen und neue Arbeitsplätze. Kritiker argumentierten jedoch, die fünf geplanten Gebäude seien zu groß und würden das Stadtbild von Groß-Gerau dominieren.
Die Grünen äußerten Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen. Sie warnten, das Rechenzentrum würde die Umgebung deutlich aufheizen und Frischluftschneisen blockieren. SPD-Fraktionschefin Susanne Theisen-Canibol erklärte, die Stadt werde sich nicht „an einen Milliardärs-Investor verkaufen“.
Bürgermeister Jörg Rüddenklau bezeichnete die Abstimmung als eine wichtige Entscheidung und betonte, die Stadt habe sich nicht vom US-Investor beeinflussen lassen. CDU-Fraktionschef Thomas Hlubek kritisierte die Ablehnung als „katastrophal“ und als verpasste wirtschaftliche Chance. Die CDU war die einzige Partei, die das Projekt unterstützte, während SPD, Grüne, Liberale und Linke dagegen stimmten.
Die Absage bedeutet, dass Groß-Gerau auf Millionen an potenziellen Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen verzichtet. Zudem scheitert damit die geplante Investition in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Die politischen Gräben in der Stadt zeigen die unterschiedlichen Prioritäten zwischen wirtschaftlichem Wachstum und lokalen Belangen auf.
