Hessen beschleunigt Umzug aus Frauenhäusern in sicheres Wohnen
Neue Initiative in Hessen: Schnellerer Übergang von Frauenhäusern in stabiles Wohnen
Ein neues Vorhaben in Hessen soll Frauen, die Frauenhäuser verlassen, den Weg in sicheres und dauerhaftes Wohnen erleichtern. Das unter dem Namen „Wohnen nach dem Frauenhaus“ gestartete Projekt bündelt die Kräfte von Kommunen, Wohnungsanbietern und Landesministerien, um ein drängendes Problem anzugehen. Allein 2023 waren in der Region über 9.000 Frauen von Gewalt in Beziehungen betroffen – viele von ihnen strandeten monatelang in Notunterkünften.
Im Mittelpunkt der Initiative steht die Beschleunigung des Umzugs aus Frauenhäusern in bezahlbaren, langfristigen Wohnraum. Aktuell verbringen etwa jede fünfte Frau mehr als ein halbes Jahr in einer Schutzunterkunft, was dringend benötigte Plätze blockiert. Als konkrete Maßnahme hat sich die Nassauische Heimstätte, ein großer regionaler Wohnungsanbieter, verpflichtet, bis 2028 jährlich 10 bis 15 Wohnungen für Betroffene bereitzustellen.
Ein zentraler Baustein ist ein mit 16 Millionen Euro dotiertes Förderprogramm, das ab 2026 greifen soll. Die Mittel sollen Frauen dabei helfen, Mietverträge abzusichern und so den Übergang in ein eigenständiges Leben zu erleichtern. Entscheidend ist dabei die enge Zusammenarbeit zwischen Wohnungswirtschaft, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sowie den lokalen Behörden.
Gerda Weigel-Greilich, Zweite Vizepräsidentin des Hessischen Städtetags, wies auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Frauen hin, die vor Gewalt fliehen. Sie betonte, dass diese Frauen schneller und effektiver unterstützt werden müssten. Dr. Axel Tausendpfund, Vorstandsmitglied des VdW Südwest, beschrieb die Initiative als „Brücke zwischen dem Schutz des Frauenhauses und einer stabilen Zukunft“.
Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, des VdW Südwest sowie der Hessischen Ministerien für Soziales und Wohnen unterzeichneten nun eine Vereinbarung zur offiziellen Einführung des Programms. Das Ziel ist doppelt: Zum einen sollen Plätze in Frauenhäusern schneller wieder frei werden, zum anderen erhalten betroffene Frauen einen beschleunigten Weg in die Selbstständigkeit.
Das Projekt kombiniert finanzielle Förderung mit gezielt bereitgestelltem Wohnraum, um Verzögerungen beim Auszug aus Schutzunterkünften zu verringern. Mit den zugesagten Wohnungen und den bereitzustellenden Mitteln soll der Druck auf überlastete Frauenhäuser gemindert werden. Der Erfolg hängt dabei von der kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden, Wohnungsbaugesellschaften und sozialen Diensten ab.






