Hessen erhält historisches Millionenangebot: Schlösser, Gräber und Kunstsammlungen im Paket
Mia SchmitzWo soll das Schloss hin? Großes Angebot, große Zweifel - Hessen erhält historisches Millionenangebot: Schlösser, Gräber und Kunstsammlungen im Paket
Die Kulturstiftung des Hauses Hessen hat dem Bundesland Hessen ein bedeutendes Ensemble historischer Immobilien angeboten. Dazu zählen zwei Schlösser, antike Grabstätten sowie wertvolle Kunstsammlungen. Ziel des Vorhabens ist es, den langfristigen Erhalt und die öffentliche Zugänglichkeit der Objekte zu sichern.
Im Angebot enthalten ist das Schloss Friedrichshof in Kronberg, das derzeit als Luxushotel mit Golfplatz und Reitanlagen betrieben wird. Ebenfalls Teil des Pakets ist das Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda, das als prächtigstes barockes Schloss Hessens gilt. Es beherbergt ein Museum mit zeitgenössischer Ausstattung und eine umfangreiche Kunstsammlung.
Die Mausoleen auf der Rosenhöhe in Darmstadt, wo Mitglieder des Adelshauses bestattet sind, leiden unter Verfallserscheinungen und benötigen dringend Sanierungsmaßnahmen. Der Wert der Stiftungsgüter wird auf rund 450 Millionen Euro geschätzt, doch viele Immobilien erfordern erhebliche Investitionen und werden mit Verlust betrieben.
2005 hatte Hessen das Schloss Erbach erworben, musste sich später jedoch Kritik stellen, da die Sanierungskosten höher ausfielen als veranschlagt und die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurückblieben. Dies führte schließlich zu dessen Schließung im Jahr 2025. Donatus, Landgraf von Hessen, und Markus Miller, Direktor des Fasanerie-Museums, betonen, dass das aktuelle Angebot fair sei – in Kronberg und Eichenzell stünden zunächst keine größeren Sanierungen an.
Bei einer Annahme des Angebots könnte der Freistaat eine stabile Finanzierung und bessere Personalkapazitäten für das Museum sichern. Allerdings gibt es Bedenken, dass das schlanke, effiziente Team des Schlosses Fasanerie in die größere Staatsbürokratie integriert werden könnte. Die Landesregierung zeigt sich zurückhaltend und prüft, inwieweit die potenziellen Kosten durch die Erträge der Immobilien gedeckt werden können.
Hessen prüft das Angebot nun sorgfältig. Eine Zustimmung würde alle Rechte und Pflichten für die kulturellen und künstlerischen Bestände der Stiftung übertragen. Die Entscheidung wird über die künftige Bewahrung und Zugänglichkeit dieser historischen Stätten entscheiden.






