Hitze-Debatte im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Mia SchmitzHitze-Debatte im Bundestag: Wer ist schuld an der wachsenden Gewalt an Schulen?
Im Bundestag ist eine hitzige Debatte über Gewalt an Schulen entbrannt, nachdem AfD-Abgeordnete eine strengere Erfassung von Vorfällen gefordert hatten. Die stellvertretende Parteivorsitzende Beatrix von Storch warf der SPD-Politikerin Saskia Esken vor, Zusammenhänge zwischen Gewalt und Migration zu ignorieren. Esken wies den Vorwurf entschlossen zurück und betonte, das eigentliche Problem liege in mangelnden Konfliktlösungsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler.
Ausgelöst wurde der Streit, als Esken, Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bundestags, einen Anstieg von Mobbing und gewalttätigen Vorfällen an deutschen Schulen bestätigte. Als Hauptursache nannte sie fehlende Vermittlung von Konfliktbewältigung im Unterricht. Fast jeder fünfte Schüler ist mittlerweile von Cybermobbing betroffen, während Polizeistatistiken in allen Bundesländern einen deutlichen Anstieg gewalttätiger Zwischenfälle zeigen.
Die AfD reagierte mit der Forderung nach einer systematischeren Datenerfassung zu Schulgewalt, insbesondere bei religiös motiviertem Mobbing. Ihre Anträge wurden jedoch nicht direkt debattiert, sondern zur weiteren Prüfung in die Ausschüsse verwiesen. Von Storch warf Esken daraufhin vor, das Problem herunterzuspielen und eine Diskussion über den Einfluss von Migration zu vermeiden.
Vertreter von Union, Grünen und Linken erkannten zwar die zunehmende Gewalt an Schulen an, kritisierten aber den Ansatz der AfD. Die Partei vereinfache komplexe soziale Probleme, indem sie sich einseitig auf Migration konzentriere. Esken unterstrich ihre Position mit den deutlichen Worten: "Migration ist nicht das Problem an unseren Schulen."
Die Vorschläge der AfD werden nun in den Ausschüssen geprüft, ohne dass kurzfristig mit konkreten Maßnahmen zu rechnen ist. Während Esken auf eine Stärkung der Konfliktlösungstrainings setzt, fordert die AfD weiterhin eine Datenerhebung mit Migrationbezug. Unterdessen melden Schulen bundesweit weiter steigende Zahlen bei Gewalt und Mobbing.






