20 April 2026, 08:15

Kik setzt auf neuen Chef – doch die Filialschließungen gehen weiter

Innensicht eines Einkaufszentrums mit Menschen, Geschäften, Informationsschildern mit der Aufschrift "Herzlich willkommen", Beleuchtung, Geländern und einem Topf mit einer Pflanze am Boden.

Kik setzt auf neuen Chef – doch die Filialschließungen gehen weiter

Kik ernannt neuen Chef – Textildiscounter schließt Hundert Filialen

Der angeschlagene Textildiscounter Kik hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden berufen: Ulrich Hanfeld übernimmt im Juni das Amt und löst damit den Interims-Chef Christian Kümmer ab. Die Personalie folgt auf monatelange Führungswechsel und wachsende Unzufriedenheit unter den Mitarbeitenden.

Das Unternehmen steckt seit dem Abgang von Patrick Zahn im September 2025 in einer Krise. Zahn war nach Konflikten mit dem Eigentümer Tengelmann zurückgetreten. Bereits zuvor hatten der Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und der Betriebsleiter Dirk Ankenbrand das Unternehmen verlassen. Christian Kümmer, der vom Tierbedarfshändler Fressnapf kam, sprang als Übergangs-CEO ein, während nach einer dauerhaften Lösung gesucht wurde.

Hanfeld bringt umfangreiche Einzelhandelserfahrung mit: Über sechs Jahre leitete er den Textildiscounter NKD, fast zwei Jahre lang stand er an der Spitze der Sportkette Hervis. Ein Branchenkenner bezeichnete ihn als "begnadeten Verkäufer", räumte jedoch ein, dass ihm Erfahrung in der Sanierung von Krisenunternehmen fehle. Jela Götting, Managerin bei Tengelmann, betonte, es brauche eine Führungspersönlichkeit mit tiefem Fachwissen im europäischen Textildiscount-Sektor.

Unterdessen fährt Kik seine Aktivitäten zurück: Bis Ende 2026 sollen rund 300 Filialen in Europa schließen, netto verbleibt ein Rückgang um 225 Standorte. Allein in Deutschland werden 135 Geschäfte dichtmachen – etwa 2.200 Beschäftigte sind betroffen. Immer mehr Mitarbeitende äußern in sozialen Medien ihre Frustration über schlechte Führung und mangelnde Wertschätzung.

Hanfelds Amtsantritt fällt in eine entscheidende Phase für Kik. Während das Unternehmen sein Filialnetz verkleinert, versucht es gleichzeitig, die Führung zu stabilisieren. Ob es ihm gelingt, die Belegschaft zu beruhigen und die Talfahrt zu stoppen, wird genau beobachtet werden.

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