Klingbeil will Krypto-Steuern verschärfen – Milliarden für den Staat geplant
Philipp MeyerKlingbeil will Krypto-Steuern verschärfen – Milliarden für den Staat geplant
Bundesfinanzminister plant schärfere Besteuerung von Kryptowährungen und Kampf gegen Finanzkriminalität
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Pläne vorgestellt, die Steuern auf Kryptowährungen zu verschärfen und Finanzstraftaten stärker zu bekämpfen. Bis 2027 sollen durch strengere Regeln und höhere Strafen für Steuerhinterzieher zusätzliche 2 Milliarden Euro eingenommen werden. Zu den Vorschlägen gehört die Abschaffung einer wichtigen Steuerbefreiung, die es Anlegern derzeit ermöglicht, Kryptowährungen nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei zu verkaufen.
Nach der aktuellen Regelung zahlen deutsche Investoren keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen, wenn sie die Vermögenswerte mindestens zwölf Monate halten. Verkäufe innerhalb eines Jahres werden als privates Einkommen versteuert, doch Gewinne unter 1.000 Euro bleiben steuerfrei. Diese einjährige Befreiung ist in Europa selten und könnte gestrichen werden, um die Staatseinnahmen zu erhöhen.
Klingbeil schlägt zudem vor, Krypto-Gewinne wie andere Wertpapiere zu besteuern – mit einem pauschalen Kapitalertragssteuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Behörden verschärfen bereits die Kontrolle über Transaktionen innerhalb eines Jahres, während neue EU-Meldepflichten es erschweren werden, Krypto-Gewinne zu verschleiern.
Die EU-Richtlinie zwingt Anbieter, Transaktionsdaten, Vermögensbestände und Nutzerinformationen an die Steuerbehörden weiterzugeben. Dadurch sollen Steuerhinterzieher leichter identifiziert und die Strafen für Nichtbeachtung der Vorschriften erhöht werden. Die Pläne müssen noch im Bundestag und Bundesrat debattiert werden; ein vollständiger Gesetzesentwurf ist erforderlich, bevor Änderungen in Kraft treten können.
Auch bestehende Anleger könnten betroffen sein, wobei die endgültigen Übergangsregelungen noch nicht feststehen. Die Reformen würden die deutschen Krypto-Steuerregeln enger an den europäischen Standard angleichen. Bei einer Verabschiedung könnten die Änderungen Milliarden einbringen und Steuerhinterziehung erschweren. Nun stehen der Regierung Verhandlungen bevor, um die Vorschläge in Gesetzesform zu gießen.






