Lufthansa bricht Schweigen: NS-Vergangenheit des Konzerns erstmals eingeräumt
Emma SchmidtLufthansa bricht Schweigen: NS-Vergangenheit des Konzerns erstmals eingeräumt
Die Lufthansa Group hat erstmals die Rolle ihres Vorgängerunternehmens während der NS-Zeit eingeräumt. Konzernchef Carsten Spohr gab zu, dass die Fluggesellschaft unter der Diktatur „eindeutig Teil des Systems“ gewesen sei. Die Ankündigung erfolgt im Vorfeld der Veröffentlichung einer detaillierten historischen Aufarbeitung im kommenden Jahr.
1944 stammten mehr als zwei Drittel der Einnahmen des Vorgängerunternehmens aus dem Rüstungssektor. Während dieser Zeit wurden über 12.000 Zwangsarbeiter:innen in der Rüstungsproduktion und Flugzeugwartung ausgebeutet. Die Gruppe plant nun, sich dieser Geschichte offen zu stellen.
Ein umfassender historischer Bericht über das Handeln des Vorgängerunternehmens in der NS-Zeit wird im März 2026 veröffentlicht. Zudem soll im Frankfurter Konferenz- und Besucherzentrum eine Ausstellung zu diesem Thema eröffnet werden. Damit setzt sich Lufthansa erstmals öffentlich mit diesem Teil ihrer Vergangenheit auseinander.
Der Geschäftsbericht für das Jahr 2025 wird am 6. März 2026 veröffentlicht, noch vor der Hauptversammlung am 12. Mai in Frankfurt. Wirtschaftlich rechnet der Konzern mit einem deutlichen Anstieg des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern – es soll die 1,6 Milliarden Euro aus dem Jahr 2024 deutlich übertreffen. Darüber hinaus plant Lufthansa, bis 2030 weltweit rund 4.000 Verwaltungsstellen im Rahmen von Integrations- und Digitalisierungsmaßnahmen abzubauen.
Die Maßnahmen der Gruppe umfassen sowohl historische Aufarbeitung als auch operative Veränderungen. Der geplante Bericht und die Ausstellung werden die Verstrickungen des Vorgängerunternehmens in die NS-Zeit detailliert darlegen. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen auf Wachstum und Restrukturierung fokussiert.
