10 June 2026, 00:38

Massive Verkehrsunfälle fordern Dutzende Nutztiere in Deutschland

Tiertransport in der EU: Was Unfälle und Kontrollen verraten

Massive Verkehrsunfälle fordern Dutzende Nutztiere in Deutschland

Zwei schwere Verkehrsunfälle in Deutschland fordern Dutzende Nutztiere das Leben

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Bei zwei getrennten Verkehrsunfällen in Deutschland sind Dutzende Nutztiere ums Leben gekommen, nachdem Lastwagen mit lebendem Vieh verunglückt sind. Die Vorfälle unterstreichen die Risiken des Transports von Tieren über lange Strecken. Beide Unfälle ereigneten sich innerhalb weniger Tage und werfen Fragen zur Verkehrssicherheit auf.

Auf einer Landstraße im Landkreis Vechta kam ein Lkw mit etwa 160 Schweinen von der Fahrbahn ab und kippte um. Dabei starben 30 der Tiere. Unterdessen geriet auf der A480 bei Gießen ein weiterer Transporter mit rund 2.000 Hühnern ins Schleudern, woraufhin die Ladung auf die Straße gelangte – etwa 60 Vögel überlebten den Unfall nicht.

Ein dritter Vorfall ereignete sich auf der A49 nahe Neuental, wo ein Fahrzeug mit 91 Schweinen in einen Graben rutschte. Sechs Tiere konnten fliehen, doch mehr als die Hälfte der Schweine verendete. In einem weiteren Fall bei Gießen war ein Transporter mit 80 Schweinen von einem befestigten Wirtschaftsweg auf wassergesättigten Boden abgekommen, wobei 13 Tiere starben.

Die Unfälle geschehen vor dem Hintergrund eines fortschreitenden Rückgangs der Schlachthöfe in Deutschland. Landwirte müssen ihre Tiere zunehmend über weite Strecken transportieren, was die Dauer der Fahrten für das Vieh verlängert. Innerhalb der EU werden täglich etwa 3,8 Millionen Tiere Hunderte von Kilometern weit befördert – oft ohne Pause von mehr als acht Stunden. Die geltenden Vorschriften erlauben es, Schweine bis zu 24 Stunden am Stück zu transportieren, Rinder 29 Stunden und Geflügel 12 Stunden – jeweils ohne Futter oder Wasser.

Enge Platzverhältnisse verschärfen den Stress für die Tiere zusätzlich. Ein Mastküken steht lediglich 320 cm² zur Verfügung, eine mittelgroße Kuh muss mit 0,95 bis 1,3 m² auskommen. Jährlich werden über 1,5 Milliarden lebende Tiere innerhalb der EU und darüber hinaus transportiert, meist auf der Straße. Mehr als drei Millionen werden von europäischen Häfen in Länder außerhalb der Union verschifft.

Die jüngsten Unfälle lenken die Aufmerksamkeit auf die Problematik des Lebendtiertransports. Durch die abnehmende Zahl an Schlachthöfen und längere Transportwege bleiben die Risiken für Unfälle und Tierleid hoch. Die Behörden beobachten die Lage weiter, während die Branche mit anhaltenden logistischen Herausforderungen konfrontiert ist.

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