McCormick will Knorr übernehmen – Milliarden-Deal droht den Lebensmittelmarkt zu verändern
Emma SchmidtMcCormick will Knorr übernehmen – Milliarden-Deal droht den Lebensmittelmarkt zu verändern
Der US-Gewürzriese McCormick & Company könnte bald Knorr übernehmen – eine der bekanntesten Lebensmittelmarken Deutschlands. Die potenziell milliardenschwere Transaktion erfolgt im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung des Unilever-Konzerns, der sich auf profitablere Produkte konzentrieren will. Sollte der Deal zustande kommen, wäre dies ein bedeutender Einschnitt für den traditionsreichen Hersteller von Suppen und Würzmitteln.
Knorr gehört seit dem Jahr 2000 zu Unilever. Die Marke produziert an zwei der vier deutschen Unilever-Standorte sowie an weiteren Produktionsstätten im Land. Nun prüft der Konzern im Zuge einer umfassenden Restrukturierung unter Führung von CEO Fernando Fernandez sein Markenportfolio. Dies folgt auf die für 2025 geplante Abspaltung der weniger lukrativen Eiskrem-Sparte – ein Schritt, mit dem Unilever seine Ausrichtung auf ertragreichere Geschäftsbereiche schärfen will.
Der Druck auf Lebensmittelkonzerne hat in den letzten Jahren zugenommen. Verbraucher greifen zunehmend zu günstigeren Alternativen oder kürzen ihre Ausgaben ganz. Unilevers strategische Weichenstellung spiegelt diese schwierige Marktlage wider.
McCormick & Company, weltweit führend in Gewürzen und scharfen Saucen, verzeichnet in Europa ein starkes Wachstum. Allein in den vergangenen fünf Jahren stiegen die Umsätze mit Gewürzen im Schnitt um etwa 4 % pro Jahr – und damit schneller als bei Konkurrenten wie Safola oder DSM Food Specialties. Mit einem Jahresumsatz von knapp 7 Milliarden Dollar und rund 14.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen gut aufgestellt, um weiter zu expandieren. Die Übernahme von Knorr würde seine Position im Bereich Würzmittel und Suppen deutlich stärken und eine etablierte Marke ins Portfolio aufnehmen.
Die mögliche Übernahme könnte den europäischen Lebensmittelmarkt neu ordnen: McCormick würde damit einen wichtigen Standbein in Deutschland gewinnen, während Unilever seine Geschäftsaktivitäten weiter strafft. Kommt der Deal zustande, wäre es eine der größten Übernahmen in der Gewürz- und Würzmittelbranche seit Jahren.






