Aldi Nord interessiert sich auch für einige Tegut-Filialen - Migros gibt Tegut auf: Edeka und Rewe teilen sich die Filialen
Migros zieht sich vom deutschen Lebensmittelmarkt zurück
Der Schweizer Konzern Migros, Eigentümer der deutschen Supermarktkette Tegut, bereitet seinen Rückzug aus dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel vor. Das Unternehmen plant, rund 200 Filialen an Edeka zu verkaufen – vorbehaltlich der Genehmigung durch das Bundeskartellamt. Sollte der Deal durchgehen, würde dies die ohnehin schon starke Konzentration im deutschen Einzelhandel weiter vorantreiben.
Mit dem geplanten Verkauf endet Tegut als eigenständige Marke; Edeka wird sie voraussichtlich schrittweise vom Markt nehmen. Parallel verhandelt Migros mit Rewe über den Verkauf eines weiteren großen Teils der Tegut-Standorte. Auch andere Händler, darunter Aldi Nord, zeigen Interesse an kleineren Übernahmen. Die Discountkette prüft den Kauf einer einstelligen Anzahl von Filialen.
Der deutsche Lebensmittelmarkt wird bereits von vier großen Playern dominiert: Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe (zu der Lidl und Kaufland gehören). Der Wettbewerbsrechtler Rupprecht Podszun warnt, dass das Bundeskartellamt die Deals aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Marktkonzentration blockieren könnte. Er betont, dass große Handelskette nicht nur regional expandieren, sondern zunehmend auch Einfluss auf die Lebensmittelproduktion nehmen.
Podszun erwartet, dass die Behörden die Übernahmen genau unter die Lupe nehmen werden. Die Entscheidung könnte darüber entscheiden, ob sich die Macht im deutschen Einzelhandel noch weiter in den Händen weniger Großkonzerne bündelt.
Die Weichenstellung des Bundeskartellamts wird die Zukunft der Tegut-Filialen und des gesamten Lebensmittelmarkts prägen. Falls die Verkäufe an Edeka und Rewe genehmigt werden, verschwindet damit ein mittelgroßer Wettbewerber aus dem Markt. Der Prozess spiegelt zugleich die wachsende Vorherrschaft der größten Supermarktketten Deutschlands wider.






