Mit 73 noch als Aushilfsapotheker unterwegs: Warum Klaus Rabe nicht in Rente geht
Philipp MeyerMit 73 noch als Aushilfsapotheker unterwegs: Warum Klaus Rabe nicht in Rente geht
Mit 73 Jahren hätte Klaus Rabe längst in Rente gehen können. Doch statt den Ruhestand zu genießen, ist der ehemalige selbstständige Apotheker heute als Aushilfsapotheker in ganz Deutschland unterwegs und springt dort ein, wo er gebraucht wird. Seine Erfahrung umfasst Jahrzehnte – vom Betrieb seiner eigenen Apotheke bis hin zu kurzfristigen Vertretungseinsätzen.
In den frühen 1980er-Jahren eröffnete Rabe seine erste Apotheke in der Nähe von Kiel. Mit der Zeit baute er sein Geschäft auf vier Filialen aus, bevor er 2018 verkaufte. In dieser Zeit war er zudem stellvertretender Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein und gewann so einen umfassenden Einblick in die Herausforderungen der Branche.
Seit acht Jahren arbeitet er nun als Aushilfe und war bereits in rund 40 verschiedenen Apotheken im Einsatz. Er vertritt bei Urlaub, Krankheit oder in Notfällen, oft dann, wenn andere nicht können. Die Arbeit hält ihn aktiv, ermöglicht ihm, "an vorderster Front" zu bleiben – ohne den bürokratischen Aufwand einer eigenen Apotheke.
Finanzielle Gründe spielten zwar eine Rolle bei seiner Entscheidung, weiterzuarbeiten, doch vor allem macht ihm der Job Spaß. Kollegen schätzen seine Anpassungsfähigkeit, und er findet sich schnell in neuen Teams zurecht. Dennoch ist die Nachfrage nach Aushilfskräften gesunken, da immer mehr Apotheken ihre Personaldecke verbessert haben.
Rabe hat den Rückgang der Branche aus nächster Nähe miterlebt. Allein in seiner Region haben in den letzten Jahren mindestens acht Apotheken geschlossen. Trotzdem bleibt er flexibel und ist bereit, jederzeit einzuspringen, wenn er Zeit hat.
Rabes Karriere spiegelt sowohl die Belastungen als auch die Erfolgsmomente der modernen Apothekenarbeit wider. Angesichts rückläufiger selbstständiger Apotheken und sich wandelnder Personalbedürfnisse hält ihn seine Tätigkeit als Aushilfe mit dem Beruf verbunden. Vorerst hat er keine Pläne, aufzuhören – er zieht die Abwechslung und den Sinn der Arbeit dem Ruhestand vor.






