Nach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer ihre Pforten
Emma SchmidtNach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer ihre Pforten
Historische Apotheke in Angermünde schließt nach über 400 Jahren
Die Alte Apotheke in Angermünde hat nach mehr als vier Jahrhunderten ihre Türen für immer geschlossen. Christian Toll, der die traditionsreiche Einrichtung seit 2014 führte, traf die schwere Entscheidung, den Standort 2024 zu schließen. Das Gebäude, einst als Adler-Apotheke bekannt, beherbergte seit den 1600er-Jahren eine Apotheke – doch seine Zukunft liegt nun außerhalb des Gesundheitswesens.
Der Schritt erfolgte, nachdem Toll seinen Filialleiter verlor und keinen geeigneten Nachfolger finden konnte. Trotz seiner langjährigen Verbundenheit mit dem Haus sah er sich ohne Schlüsselpersonal nicht in der Lage, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Als die Nachricht von der Schließung bekannt wurde, reagierten Anwohner mit Dankbarkeit und würdigten Tolls jahrelangen Einsatz für die Gemeinschaft.
Für Toll selbst bedeutet die Schließung jedoch nicht das Karriereende. Zwar räumt er ein, dass die berufliche Erfüllung in der Apothekenarbeit nachgelassen habe, doch in seiner Hauptapotheke behält er zwölf Mitarbeiter – darunter vier ehemalige Kollegen aus der Alten Apotheke. Der Mietvertrag für das historische Gebäude ist inzwischen ausgelaufen, und bereits zeigen sich Interessenten aus branchenfremden Bereichen.
In Brandenburg stabilisierte sich die Apothekenlandschaft bis 2025 leicht: Bei zehn Schließungen entstanden vier Neueröffnungen, sodass am Jahresende noch 523 Apotheken in der Region verblieben.
Mit der Alten Apotheke endet in Angermünde eine 400 Jahre alte Tradition. Das Gebäude steht nun vor einem neuen Kapitel, während nicht-pharmazeutische Mieter die Räumlichkeiten ins Auge fassen. Toll setzt seine Arbeit an anderer Stelle fort – doch der Verlust dieser historischen Institution hinterlässt eine spürbare Lücke in der Stadt.