15 April 2026, 00:22

NDR kämpft um zensierte Passagen im Fall Julian Reichelt – Zeugin soll aussagen

Reichelt-Affäre: NDR ruft neuen Zeugen vor Gericht

NDR kämpft um zensierte Passagen im Fall Julian Reichelt – Zeugin soll aussagen

Der Rechtsstreit um den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt nimmt eine neue Wendung: Der öffentlich-rechtliche Sender NDR kämpft darum, zensierte Passagen seines Berichts aus dem Jahr 2023 wiederherzustellen. Der Fall, der mit den Enthüllungen des Spiegel im Jahr 2022 begann, zieht sich aufgrund des langsamen deutschen Justizsystems bereits seit Jahren hin. Reichelt weist alle Vorwürfe gegen sich weiterhin zurück.

Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe, Reichelt habe Frauen zu sexuellen Beziehungen gedrängt. Nun soll eine Zeugin vor Gericht aussagen.

2023 sendete ARDs Reschke Fernsehen einen Beitrag, in dem Reichelt vorgeworfen wurde, seine Position missbraucht zu haben, um Kolleginnen unter Druck zu setzen. Kurze Zeit später erwirkte er eine einstweilige Verfügung, die das Programm zwang, zentrale Abschnitte aus der Online-Version zu entfernen. Die zensierte Sendung ist seitdem nicht mehr in der ARD-Mediathek abrufbar.

Der NDR, der hinter dem Bericht steht, treibt nun ein vollständiges Gerichtsverfahren voran, um die gelöschten Passagen wieder zugänglich zu machen. Zeuginnen, darunter eine Frau, die angibt, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt, sollen aussagen. Ihre Aussagen könnten für Axel Springer, Reichelts ehemaligen Arbeitgeber, problematisch werden, da einige der betroffenen Frauen berufliche Konsequenzen erlebt haben sollen, nachdem sie sich geäußert hatten.

Der Fall zieht sich bereits über vier Jahre hin – ein Beispiel für die oft langwierigen Presserechtsstreitigkeiten in Deutschland. Zwar hatte der Spiegel die Vorwürfe bereits 2022 öffentlich gemacht, doch eine rechtliche und gesellschaftliche Aufarbeitung steht noch aus.

Der anstehende Prozess wird entscheiden, ob die zensierten Teile des NDR-Berichts in voller Länge veröffentlicht werden dürfen. Falls das Gericht zugunsten des Senders entscheidet, könnten die Zeugenaussagen öffentlich werden. Das Urteil könnte zudem prägend für künftige Fälle sein, in denen Medien über Fehlverhalten am Arbeitsplatz berichten.

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