Neue VDE-Richtlinie ebnet den Weg für schnelleren Glasfaserausbau in Wohnungen
Mia SchmitzNeue VDE-Richtlinie ebnet den Weg für schnelleren Glasfaserausbau in Wohnungen
Deutschland vereinfacht Verlegung von Glasfaserkabeln in Gebäuden mit neuer Richtlinie
Die neue VDE-Richtlinie 0800-730 soll langjährige Hürden bei der Anbindung von Haushalten an Hochgeschwindigkeitsnetze beseitigen. Sie korrigiert frühere Fehleinstufungen und zielt darauf ab, den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im ganzen Land zu beschleunigen.
Bisher wurden Glasfaserkabel fälschlicherweise als Brandrisiko in der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) eingestuft. Diese falsche Klassifizierung bremste den Ausbau – insbesondere bei den sogenannten „letzten Meilen“ bis in die einzelnen Wohnungen. Aktuell sind erst rund 13 Millionen deutsche Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen, davon nutzen nur sieben Millionen die Technologie aktiv.
Die neue Richtlinie schafft nun einen rechtlichen Rahmen für den Glasfaserausbau innerhalb von Gebäuden. Sie orientiert sich am EU-Gigabit-Infrastrukturgesetz und ermöglicht einfachere sowie kostengünstigere Verlegemethoden, etwa durch den Einsatz von Metallrohren oder Klebefasern statt aufwendiger Installationen.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat zudem ein „Recht auf Vollglasfaser“ vorgeschlagen, um die Versorgung zu verbessern. Der Vorstoß sorgt zwar für Diskussionen, unterstreicht aber den politischen Willen, die digitale Infrastruktur zu modernisieren. Bereits 24 Millionen Haushalte verfügen über Glasfaseranschlüsse bis an die Grundstücksgrenze – ein großes Potenzial für weiteren Ausbau.
Die VDE-Richtlinie 0800-730 erleichtert und verbilligt künftig die Verlegung von Glasfaserkabeln in Gebäuden. Sie räumt bisherige Hindernisse aus dem Weg und unterstützt Deutschlands digitale Expansion. Die Änderungen dürften die Verbreitung der Glasfasertechnologie im ganzen Land beschleunigen.
