Ölpreise explodieren: Industrie leidet unter Rekordkosten und Versorgungsengpässen
Philipp MeyerÖlpreise explodieren: Industrie leidet unter Rekordkosten und Versorgungsengpässen
Steigende Ölpreise und Versorgungsengpässe setzen Industrie und Regierungen stark zu. Mit Rohöl der OPEC bei 143 US-Dollar pro Fass und Brent bei 113 Dollar sind die Energiekosten explodiert. Unterdessen bereitet die Bundesregierung Notfallmaßnahmen vor, um die Spritpreise zu entlasten – doch die Knappheit verschärft sich weiter.
Am globalen Ölmarkt herrscht ein tägliches Defizit von rund 11 Millionen Fass. Diese Verknappung hat den OPEC-Ölpreis auf 143 Dollar pro Fass getrieben, während die Nordsee-Sorte Brent bei etwa 113 Dollar liegt. Der Kostenschub setzt Unternehmen schwer zu, darunter auch Thyssenkrupp, dessen Energieausgaben stark gestiegen sind.
Der deutsche Industriekonzern verzeichnete allein im letzten Monat einen Kurssturz von rund 31 Prozent. Am Montag erreichte die Aktie mit 7,46 Euro ein neues 52-Wochen-Tief – fast 44 Prozent unter dem Oktober-Höchststand von 13,24 Euro. Zudem verschärft das französische Werk des Konzerns die Produktionskürzungen und macht billigere Importe für die Misere verantwortlich.
Als Reaktion auf die Krise hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zweifel am gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 geäußert. Gleichzeitig finalisiert die Regierung ein "Entlastungspaket für Spritpreise" und plant, die nationalen Ölreserven anzuzapfen, um die Versorgung zu stabilisieren.
Die finanziellen Probleme von Thyssenkrupp verschärfen sich angesichts hoher Energiekosten und fallender Aktienkurse. Die staatlichen Hilfsmaßnahmen sollen Verbraucher und Unternehmen entlasten. Doch die langfristigen Folgen der hohen Ölpreise und Produktionskürzungen bleiben ungewiss.






