17 March 2026, 06:17

Palforzia: Rückzug des ersten Erdnussallergie-Medikaments trotz angeblicher Sicherheit

Nahaufnahme einer Erdnuss auf schwarzem Hintergrund mit Text oben und unten.

Palforzia: Rückzug des ersten Erdnussallergie-Medikaments trotz angeblicher Sicherheit

Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird vom Markt genommen. Der Hersteller Stallergenes Greer kündigte an, das Arzneimittel bis Ende Juli 2023 nicht mehr zu vermarkten. Diese Entscheidung fällt, obwohl das Unternehmen versichert, dass Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung weiterhin gegeben seien.

Der Schritt folgt einer Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2022, die den Nutzen von Palforzia infrage stellte. Noch im selben Jahr entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), dass die Therapie gegenüber einer bloßen Beobachtung der Patienten keinen nachgewiesenen Vorteil biete. Zwar räumte der G-BA statistisch signifikante Effekte ein, diese wögen die Nachteile jedoch nicht auf.

Stallergenes Greer sicherte zu, alle regulatorischen Auflagen während der Übergangsphase zu erfüllen. Die Startpackung zur Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 verfügbar. Die Erhaltungsdosis von 300 mg kann bis März 2027 bezogen werden, und die Phasen zur Dosiserhöhung stehen bis Ende 2026 offen.

Außerhalb der Europäischen Union hat bisher kein Land eine offizielle Position zu Palforzia als Therapie gegen Erdnussallergien eingenommen. In den verfügbaren Quellen finden sich keine Hinweise auf entsprechende Stellungnahmen oder Beschlüsse.

Patienten, die Palforzia derzeit anwenden, haben noch für mehrere Jahre Zugang zu bestimmten Dosierungen. Der Rückzug des Herstellers steht nicht im Zusammenhang mit Bedenken hinsichtlich Sicherheit oder Qualität, sondern folgt regulatorischen Bewertungen, die nur begrenzte Belege für einen Zusatznutzen im Vergleich zu bestehenden Behandlungsmethoden fanden.

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