11 May 2026, 10:21

Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Eine detaillierte Plakatillustration eines deutschen Krankenhauses mit Gebäuden, Fenstern, Türen, Balkonen und begleitendem Text über seine Größe, Lage und Merkmale.

Pflegeversicherung vor dem Kollaps: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028

Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps

Das deutsche Pflegeversicherungssystem ächzt unter massivem Druck. Zum ersten Mal in seiner 31-jährigen Geschichte steuert die Pflegekasse auf die schwerste Finanzkrise ihrer Geschichte zu. Steigende Kosten und ungedeckte Finanzierungszusagen haben das System an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Die Ausgaben der Pflegeversicherung übersteigen die Einnahmen bei Weitem. Die Eigenanteile der Versicherten sind bereits an ihre Obergrenze gestoßen – weitere Erhöhungen sind kaum noch möglich. Obwohl die Pflegeversicherung ein zentraler Baustein der sozialen Sicherung in Deutschland ist, übernimmt sie stets nur einen Teil der Pflegekosten, nie jedoch die vollen Aufwendungen.

Bund und Länder verschärfen die Lage zusätzlich. Die Bundesregierung schuldet dem Pflegefonds noch immer rund fünf Milliarden Euro aus unbeglichenen COVID-19-Kosten. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr etwa zehn Milliarden Euro für Rentenbeiträge von Angehörigen, die Pflegeleistungen erbringen, nicht erstattet wurden. Gleichzeitig haben die Bundesländer die Investitionskosten in Pflegeheime nicht übernommen – würde dies geschehen, könnten die monatlichen Eigenanteile der Bewohner um etwa 500 Euro sinken.

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Die finanzielle Perspektive bleibt düster. Prognosen gehen von einem kumulierten Defizit von 22,5 Milliarden Euro für die Jahre 2027 und 2028 aus. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorzulegen.

Ohne schnelle und entschlossene Maßnahmen wird sich die Finanzlücke weiter vergrößern. Die anstehende Reform soll die Unterdeckung beheben und die Belastung für die Versicherten verringern. Ob dies ausreicht, um das System zu stabilisieren, bleibt jedoch abzuwarten.

Quelle