24 March 2026, 10:15

Polizei und Gedenkstätte Grabfeld X starten historische Bildungspartnerschaft gegen das Vergessen

Gruppe von Polizeibeamten in Uniform mit Mützen und Gesichtsmasken vor einem Gebäude stehend, einige halten Kameras, mit einem Banner an einer Säule, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenleuchten im Hintergrund.

Polizei und Gedenkstätte Grabfeld X starten historische Bildungspartnerschaft gegen das Vergessen

Polizei und Gedenkstätteninitiative besiegeln historische Partnerschaft

Eine neue Kooperation zwischen der Polizei und einer geschichtsträgenden Gedenkinitiative ist offiziell besiegelt worden. Am 18. März 2026 unterzeichneten der Polizeipäsident Udo Vogel vom Polizepräsidium Reutlingen und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen von der Initiative Gedenkstätte Grabfeld X eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit. Ziel der Partnerschaft ist es, die Aufklärung über NS-Verbrechen zu stärken und demokratische Werte innerhalb der Polizeibehörde zu fördern.

Die Vereinbarung ist Teil des landesweiten Projekts "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz", das 2024 ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich um die erste bekannte Zusammenarbeit dieser Art in Baden-Württemberg zwischen einem Polizepräsidium und einer Gedenkstätteninitiative. Zu den geplanten Aktivitäten gehören geführte Besuche der Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus", die die Rolle der Universität Tübingen während der NS-Zeit untersucht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizepräsidiums Reutlingen werden zudem an Gastvorträgen und Exkursionen zu historischen Orten der NS-Verfolgung teilnehmen.

Fünf Beamtinnen und Beamte wurden bereits zu "strategischen Paten" ausgebildet, um die Initiative zu leiten. Sie organisieren Fortbildungsveranstaltungen für das gesamte Personal und sorgen so für eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Projektthemen. Polizeipresident Udo Vogel betonte die Bedeutung solcher Besuche für die politische Bildung: "Sie erinnern uns daran, was passiert, wenn der Rechtsstaat außer Kraft gesetzt wird."

Professorin Dr. Benigna Schön Hagen begrüßte die Partnerschaft und dankte dem Polizepräsidium Reutlingen für das Engagement. Durch die Zusammenarbeit werde die Wirkung der Ausstellung über das geplante Ende 2027 hinaus verlängert und ihr Bildungsauftrag für die Erinnerungskultur gesichert.

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Das Projekt ermöglicht Polizeibeamtinnen und -beamten in Reutlingen regelmäßigen Zugang zu historischer Aufklärung über NS-Verbrechen. Durch die Verankerung dieser Inhalte in der Ausbildung soll die Initiative Demokratie, Toleranz und interkulturelles Verständnis innerhalb der Behörde stärken. Gleichzeitig wird damit die langfristige Bewahrung des pädagogischen Auftrags der Ausstellung gewährleistet.

Quelle