Proteste an der Mailänder Scala: Warum die Preiserhöhungen Fans auf die Barrikaden treiben
Philipp MeyerProteste an der Mailänder Scala: Warum die Preiserhöhungen Fans auf die Barrikaden treiben
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Empörung
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze stark gestiegen. Besonders verärgert zeigt sich die treue Fangemeinde – vor allem die Besucher der oberen Ränge, die sogenannten „Loggionisti“. Bei einer jüngsten Aufführung von Verdis Carmen kam es zu Protesten, als von den oberen Rängen Flugblätter abgeworfen wurden, die gegen die Preiserhöhungen demonstrierten.
Die Kosten für 36 Plätze in der zweiten Galerie sind um über 30 Prozent gestiegen. Abo-Karten, die einst 800 Euro kosteten, schlagen nun mit 1.050 Euro zu Buche. Das Theater hatte die Preise seit einem Jahrzehnt nicht erhöht, und die Leitung betont, dass unter dem aktuellen Intendanten Fortunato Ortombina keine weiteren Anpassungen geplant seien.
Die Scala-Führung spielt die Kritik herunter. Nur 36 der insgesamt 531 Sitze seien betroffen, heißt es. Im Schnitt falle die Erhöhung gering aus: Plätze in der Galerie kosten in dieser Saison durchschnittlich 45,56 Euro, in der nächsten 46,94 Euro – ein Unterschied von nur 1,48 Euro.
Die Scala gilt ohnehin als teuerstes Opernhaus Europas, nur vom Salzburger Festspiele-Preisniveau übertroffen. Trotz eines Haushaltsüberschusses zwingen anstehende Tarifverhandlungen und die Verlegung von Werkstätten zu finanziellen Anpassungen.
Die Preiserhöhungen lösen bei Stammgästen heftige Reaktionen aus. Die Scala bleibt eine der teuersten Kulturstätten der Welt. Die Leitung betont jedoch, dass die Auswirkungen insgesamt begrenzt seien – die meisten Tickets würden nur minimal teurer.






