Rechtsstreit um Windpark in Zootzen: NABU stoppt Bau wegen Artenschutz
Philipp MeyerRechtsstreit um Windpark in Zootzen: NABU stoppt Bau wegen Artenschutz
Ein Rechtsstreit ist um die Pläne für einen Windpark in der Nähe von Zootzen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin entbrannt. Die Naturschutzorganisation NABU hat rechtliche Schritte eingeleitet, um den Bau zu stoppen, mit der Begründung, dass die Windräder seltene Tierarten gefährden. Die Organisation reichte am 20. April einen Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ein.
Das Landesamt für Umwelt hatte bereits im März grünes Licht für elf Windkraftanlagen in Wittstock/Dosse gegeben. Der NABU widersetzt sich nun dem Vorhaben und warnt, dass geschützte Arten Schaden nehmen könnten. Besonders besorgniserregend sei die Lage von Seeadler-Horstern, die nur 700 Meter vom geplanten Standort entfernt liegen.
Zudem fordert der NABU die Umsiedlung eines Mäusebussard-Nestes, das direkt in der Bahn der geplanten Baukrane liegt. Die Wittstock-Ruppiner Heide, wo der Windpark entstehen soll, ist ein wichtiges Habitat für die gefährdete Breitflügelfledermaus. Die Organisation betont, dass ohne Eingreifen tödliche Kollisionen von Vögeln und Fledermäusen mit den Rotoren drohen.
Die gerichtlichen Verhandlungen haben begonnen, wobei der NABU auf eine Aussetzung des Projekts drängt, bis die ökologischen Risiken neu bewertet werden. Nun muss das Gericht entscheiden, ob der Bau fortgesetzt werden darf oder ob weitere Umweltprüfungen erforderlich sind. Sollte der Eilantrag des NABU Erfolg haben, könnten sich die Pläne für den Windpark deutlich verzögern. Das Urteil wird zeigen, ob der Ausbau der Windenergie Vorrang hat – oder der Schutz der heimischen Tierwelt.






