"Reclaim the Night" in Berlin-Kreuzberg eskaliert mit Pyro und Festnahme
Niklas Brandt"Reclaim the Night" in Berlin-Kreuzberg eskaliert mit Pyro und Festnahme
Über 2.000 Menschen bei Frauenkundgebung in Berlin-Kreuzberg vor dem 1. Mai
Am Vorabend des 1. Mai zogen mehr als 2.000 Menschen durch Berlin-Kreuzberg zur jährlichen Frauendemonstration Reclaim the Night. Nach Polizeangaben versammelten sich etwa 2.600 Teilnehmende – die Stimmung war angespannt, als der Protestzug durch das Viertel zog.
Die Kundgebung startete am Kottbusser Damm und führte in Richtung Köpenicker Straße. Unterwegs wurden Feuerwerkskörper gezündet und Gegenstände auf Beamte geworfen. Die Polizei meldete vier Fälle von Sachbeschädigung, darunter an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen.
Die Veranstalter:innen beendeten die Demonstration etwa zehn Minuten früher als geplant. Trotz des vorzeitigen Endes blieb die Atmosphäre aufgeladen. Eine Person wurde festgenommen, nachdem sie angeblich eine Beamtin beleidigt haben soll.
Zuvor hatten die Teilnehmenden erklärt, sie wollten sich gegen strukturelle Unterdrückung zur Wehr setzen. In einer Stellungnahme hieß es: "Es ist an der Zeit, unsere Wut zu kanalisieren und uns gegen rassistische, queerfeindliche und frauenverachtende Belästigung auf unseren Straßen zu wehren – und gegen die patriarchale Gesellschaft, die sie erst möglich macht. Wir weigern uns, uns anzupassen; stattdessen holen wir uns zurück, was uns rechtmäßig gehört."
Um die Lage zu kontrollieren, waren am Donnerstag und in der Walpurgisnacht rund 1.800 Polizeikräfte in Berlin im Einsatz. Die starke Präsenz sollte angesichts der spürbar angespannten Stimmung für Ordnung sorgen.
Die Demonstration endete ohne größere Zwischenfälle, allerdings kam es zu kleineren Auseinandersetzungen und Sachbeschädigungen. Die Polizei bestätigte eine Festnahme und verzeichnete die frühzeitige Auflösung der Menge. Die Veranstaltung markierte damit ein weiteres Jahr des Aktivismus vor dem 1. Mai in der Hauptstadt.






