S. Fischer Verlage ziehen von Frankfurt nach Berlin – ein kultureller Abschied
Emma SchmidtS. Fischer Verlage ziehen von Frankfurt nach Berlin – ein kultureller Abschied
Frankfurt, lange als „Stadt des Buches“ bekannt, verliert einen weiteren großen Verlag: Die S. Fischer Verlage geben ihren Umzug nach Berlin bekannt. Der Wechsel soll die wirtschaftliche und programmatische Zukunft des Unternehmens sichern.
Der Umzug ist für den Sommer 2027 geplant. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird die Möglichkeit angeboten, in die neue Berliner Zentrale zu wechseln. Der genaue Standort in der Hauptstadt steht jedoch noch nicht fest.
Frankfurt bleibt nicht ganz ohne Verbindung zum Verlag: Einige Bereiche, darunter Teile der Lektoratsabteilung und administrative Einheiten, bleiben am Main. In Berlin werden dagegen die Kernbereiche angesiedelt – darunter die Geschäftsführung, Marketing, Vertrieb sowie die Presse- und Veranstaltungsteams.
Die S. Fischer Verlage gehören seit den 1960er-Jahren zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Zu ihrem Programm zählen renommierte Autor:innen wie Thomas Mann, Franz Kafka oder zeitgenössische Stimmen wie der ungarische Nobelpreisträger László Krasznahorkai. Mit einem Portfolio, das deutsche und internationale Literatur, Sachbücher und Unterhaltung umfasst, gilt der Verlag als einer der angesehendsten Deutschlands.
Unklar bleibt die Zukunft des historischen Verlagsgebäudes in der Hedderichstraße im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen.
Der Umzug markiert einen tiefgreifenden Wandel für die Frankfurter Verlagslandschaft. Berlin wird zum neuen Zentrum für die zentralen Geschäftsbereiche der S. Fischer Verlage. Deren Erbe und das umfangreiche Programm bleiben unter dem Dach der Holtzbrinck-Gruppe erhalten – wenn auch mit einer reduzierten Präsenz in Frankfurt.






