Schüler organisieren lebhafte Podiumsdiskussion mit Wiesbadener Politikern zu Stadtzukunft
Philipp MeyerSchüler organisieren lebhafte Podiumsdiskussion mit Wiesbadener Politikern zu Stadtzukunft
Schülerinnen und Schüler der Obermayr Europa-Schule richteten eine Podiumsdiskussion mit lokalen Politikern aus. Im Mittelpunkt der Debatte standen zentrale Themen wie Verkehr, Sicherheit, Wohnen, Bildung und Integration. Vertreter verschiedener Parteien präsentierten ihre Visionen für die Zukunft der Stadt.
Den Auftakt bildete der Bereich Verkehr und Stadtentwicklung. Martin Kraft von den Grünen setzte sich für einen zuverlässigen, emissionsfreien ÖPNV als Grundpfeiler der städtischen Mobilität ein. Dennis Seidenreich von der AfD warnte davor, sich auf eine einzige Verkehrslösung zu konzentrieren, und plädierte für einen ausgewogenen Ansatz. Günther Schäfer von Pro Auto ergänzte, dass pünktliche und hochwertige Angebote mehr Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegen würden.
Beim Thema Sicherheit sprach sich Daniela Georgi von der CDU für Videoüberwachung als Mittel zur Abschreckung und Aufklärung von Straftaten aus. Ingo von Seemen von der Linken widersprach und betonte, dass echte Sicherheit durch soziale Stabilität und Jugendförderung entstehe. Renate Kienast-Dietrich von der BLW sah in Technologie zwar eine Unterstützung, doch starke Gemeinschaftsstrukturen blieben für sie unverzichtbar.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Wohnungsfrage. Matthias Bedürftig von den Freien Wählern forderte schnellere Genehmigungsverfahren für Bauvorhaben. Marius Becker von der SPD unterstrich die Notwendigkeit, das Wohnungsangebot zu erweitern, um Mieten zu begrenzen und soziale Durchmischung zu fördern. Mario Bohrmann von der BSW wies darauf hin, dass bezahlbarer Wohnraum entscheidet, wer in der Stadt bleiben kann und wer verdrängt wird.
Auch Bildung und Integration standen im Fokus. Daniela Georgi hob die Bedeutung früher Förderung und stabiler Schulstrukturen hervor. Achim Sprenggard von Volt argumentierte, dass Vielfalt Gemeinschaften stärkt und Schulen sowie Vereine Brücken bauen können. Dennis Seidenreich betonte die Sprache als Grundlage gelungener Integration.
Weitere Ideen brachten Lukas Hakler von der PARTEI ein, der eine Neugestaltung des historischen Fünfeck-Viertels vorschlug, um eine prägnante Wiesbadener Stadtsilhouette zu schaffen. Martin Kraft sprach sich zudem für mehr Grünflächen und bessere Wegeverbindungen in der Innenstadt aus. Achim Sprenggard regte an, städtische Räume mit kulturellen und Zwischennutzungen neu zu denken, um öffentliche Flächen zurückzugewinnen.
Die Diskussion ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, unterschiedliche Standpunkte zu den Herausforderungen der Stadt kennenzulernen. Jeder Politiker präsentierte konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Lebens in Wiesbaden. Die Veranstaltung unterstrich, wie wichtig vielfältige Perspektiven für die Gestaltung lokaler Politik sind.
