28 June 2026, 12:10

Sozialabgaben: Arbeitgeber zahlen weniger – Arbeitnehmer immer mehr seit 1999

Arbeitnehmeranteil an den Sozialbeiträgen steigt

Sozialabgaben: Arbeitgeber zahlen weniger – Arbeitnehmer immer mehr seit 1999

Eine neue Analyse des Statistischen Bundesamtes offenbart Verschiebungen bei der sozialen Beitragslast zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über einen Zeitraum von 25 Jahren. Die auf Anfrage der Linken-Politikerin Heidi Reichinnek erstellte Studie wurde zuerst vom Spiegel veröffentlicht. Sie untersucht die Entwicklung der Beiträge seit 1991 – darunter auch erweiterte Arbeitgeberverpflichtungen, die über die klassische Sozialversicherung hinausgehen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Auswertung zeigt einen klaren Trend zwischen 1999 und 2024: Der Anteil der Arbeitgeber an den Sozialabgaben sank von 19,2 auf 17,7 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Arbeitnehmer von 12,3 auf 13,8 Prozent. Das entspricht einer Verschiebung um jeweils 1,5 Prozentpunkte in beide Richtungen.

Die Studie berücksichtigt nicht nur die traditionelle Sozialversicherung, sondern auch weitere Arbeitgeberkosten wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder betriebliche Altersvorsorge. Reichinnek kritisierte die Union für ihre Forderungen nach Kürzungen im Sozialbereich. Zugleich wies sie die Klagen der Arbeitgeber über zu hohe Abgabenlasten als taktisches Manöver zurück, um Lohnkosten zu drücken und Gewinne zu schützen – ihre Vorwürfe nannte sie eine „Farce“.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine schleichende Verlagerung der Sozialkosten von den Arbeitgebern auf die Beschäftigten. Reichinneks Anfrage unterstreicht die anhaltende politische Debatte über Arbeitskosten und Sozialausgaben. Die Daten liefern eine faktenbasierte Grundlage für die Diskussion über eine gerechte Verteilung der finanziellen Lasten.

Quelle