Tialini verlässt Deutschland: Das Ende einer italienischen Gastronomie-Ära
Emma SchmidtTialini verlässt Deutschland: Das Ende einer italienischen Gastronomie-Ära
Tialini, die italienische Restaurantkette des ehemaligen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking, hat sich vollständig vom deutschen Markt zurückgezogen. Der letzte Standort in Karlsruhe schloss 2025 seine Türen und beendete damit die Präsenz der Marke in Deutschland.
Ursprünglich hatte das Unternehmen vor, rund 20 Filialen in Deutschland zu eröffnen. Tatsächlich wurden jedoch nur fünf Standorte in Stuttgart, Ludwigshafen, Wiesbaden, Freiburg und Karlsruhe realisiert. Zum Zeitpunkt der Schließung war auf der Website nur noch ein einziges Restaurant verzeichnet.
Alena Wiedeking, die Schwiegertochter von Wendelin Wiedeking und Geschäftsführerin von Tialini, bezeichnete den Rückzug als Teil einer langfristigen Unternehmensstrategie. Die Kette hatte sich mit hochwertigem Essen, aufmerksamen Service und einer modernen, ländlich inspirierten Atmosphäre eine Marktnische erobern wollen.
2023 übernahm die Restaurantkette L'Osteria die ehemaligen Tialini-Standorte in Stuttgart und Ludwigshafen. Branchenberichte aus dem Jahr 2025 zeigten, dass dieser Schritt die Position von L'Osteria in beiden Städten deutlich stärkte. In Ludwigshafen stieg die Kundenzahl um 25 Prozent, der Marktanteil wuchs von 12 auf 18 Prozent. Noch deutlicher war der Aufschwung in Stuttgart: Hier erhöhte sich der Besucherstrom um 30 Prozent, während der Marktanteil von 15 auf 22 Prozent kletterte – dank höherer Auslastung und positiver Bewertungen.
Mit der Schließung des letzten Restaurants ist Tialini von der deutschen Gastronomieszene verschwunden. L'Osteria hat zwei der ehemaligen Standorte übernommen und profitiert dort von gestiegenen Besucherzahlen und einer stärkeren Marktpräsenz.






