Uwe Steimles kriminelles Comeback: Volkspolizeiruf Tatort Ost startet auf Telegram
Niklas BrandtUwe Steimles kriminelles Comeback: Volkspolizeiruf Tatort Ost startet auf Telegram
Neue Krimiserie Volkspolizeiruf Tatort Ost startet auf Telegram – Uwe Steimles Comeback nach 15 Jahren
Eine neue Krimiserie mit dem Titel Volkspolizeiruf Tatort Ost soll in Kürze über ausgewählte Telegram-Kanäle veröffentlicht werden. Die Produktion markiert die Rückkehr des ostdeutschen Kabarettisten Uwe Steimle auf die Bildschirme – nach einer 15-jährigen Pause bei Polizeiruf 110. Hinter dem Projekt steht ein Bündnis von Medienmachern, die das ostdeutsche Erzählkino wiederbeleben wollen.
Die Serie entsteht zu einer Zeit, in der der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) aufgrund von Budgetkürzungen die Produktion neuer Folgen von Tatort und Polizeiruf 110 eingestellt hat. Steimle, der in der Rolle des Kommissars Bemme ermittelt, behauptet, die Serie gebe dem „ostdeutschen Volk“ eine Stimme – einer Gruppe, die seiner Meinung nach von den etablierten Medien ignoriert werde.
Die Idee zu Volkspolizeiruf Tatort Ost entstand als Reaktion auf den Produktionsstopp des MDR. Eine Gruppe von Branchenvertretern, darunter der ehemalige Verleger Holger Friedrich, sprang in die Bresche. Friedrich, nun als Executive Producer der Serie, hat größere Pläne: Er will Ostflix ins Leben rufen, eine Streaming-Plattform ausschließlich für ostdeutschen Content.
Steimles Rückkehr verlief nicht ohne Spannungen. Bei einer Presseveranstaltung geriet er mit dem Drehbuchautor der Serie – ebenfalls ein Uwe – wegen letzter Änderungen am Drehbuch aneinander. Trotz der Differenzen trieb das Team das Projekt voran. Die Pilotfolge mit dem Titel Mord unter der Windkraftanlage umfasst beeindruckende 11.000 Seiten Drehbuch. Die Handlung verbindet ein unterirdisches Labyrinth, einen allwissenden Oktopus und ein Verbrechen, das sich unter einer Anlage für erneuerbare Energien abspielt.
Kommissar Bemme, gespielt von Steimle, leitet ein Team, zu dem auch Sahra und Egon gehören. Ihre Ermittlungen führen häufig zu Tätern aus Westdeutschland oder mit Migrationshintergrund – eine Erzählweise, die Steimle vehement verteidigt. Er argumentiert, die Serie decke Verbrechen an Ostdeutschen auf, eine Perspektive, die seiner Ansicht nach systematisch unterdrückt werde. Seine Vorwürfe beschränken sich nicht auf die Fiktion: Steimle behauptet, er kenne den Osten besser als die meisten – „bis hin nach Moskau“ – und wirft den etablierten Medien vor, ihn zum Schweigen zu bringen.
Für die Macher der Serie geht es um mehr als Unterhaltung. Sie sehen darin eine direkte Antwort auf das mangelnde ostdeutsche Fernsehen. Ob das Publikum den mutigen Stil und die ungewöhnliche Veröffentlichungsstrategie annimmt, bleibt abzuwarten.
Die erste Folge von Volkspolizeiruf Tatort Ost wird über Telegram erscheinen und damit die klassischen Sender umgehen. Friedrichs Pläne für Ostflix deuten darauf hin, dass die Serie erst der Anfang einer größeren Initiative für ostdeutsche Medien sein könnte. Steimles Rückkehr zum Krimi-Genre ist unterdessen eine kämpferische Geste gegen das, was er als „Medienblackout“ bezeichnet.
Sollte das Projekt erfolgreich sein, könnte es eine Debatte darüber auslösen, wer die Deutungshoheit über ostdeutsche Geschichten hat – und wo sie erzählt werden sollten.






