Weimers Forderung nach Jurylisten entfacht Debatte über politische Einflussnahme in der Kultur
Niklas Brandt"Spiegel": Weimer lässt Listen von Kulturjury-Mitgliedern erstellen - Weimers Forderung nach Jurylisten entfacht Debatte über politische Einflussnahme in der Kultur
Kulturminister Weimer löst mit Forderung nach Jurylisten Empörung aus
Bundes kulturminister Wolfram Weimer hat mit der Anordnung, Listen mit den Namen von Jurymitgliedern in kulturellen Förderentscheidungen zu erstellen, für Aufsehen gesorgt. Der Vorstoß folgt auf seine jüngste Einmischung in den Deutschen Buchhandlungspreis, bei dem er drei nominierte Buchhandlungen ohne nachvollziehbare Begründung von der Shortlist strich.
Kritiker befürchten nun, dass Weimer weitere Eingriffe in Preisvergaben plant – und warnen vor politischer Einflussnahme auf unabhängige Auszeichnungen.
Der Streit eskalierte, als Weimer die drei Buchhandlungen trotz ihrer Auswahl durch die offizielle Jury aus dem Rennen nahm. Sein Ministerium begründete den Schritt mit "Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden", gab jedoch keine weiteren Details preis. Zunächst hatte die Behörde fälschlich behauptet, die Jury selbst habe die Buchhandlungen für ungeeignet befunden.
Die Entscheidung löste scharfe Kritik aus; die betroffenen Buchhandlungen kündigten rechtliche Schritte an. Beobachter werfen Weimer vor, die Unabhängigkeit kultureller Preise zu untergraben. Seine jüngste Forderung nach Jurylisten nährt zudem den Verdacht, er wolle seine Kontrolle auf weitere Auszeichnungen ausweiten.
Rechtsexperten und Branchenvertreter stellen die Befugnis des Ministers infrage, Juryentscheidungen zu überstimmen. Die intransparente Begründung seiner Schritte verstärkt die Verunsicherung unter Kulturinstitutionen.
Weimers Eingriff hat bereits Klagen der ausgeschlossen Buchhandlungen zur Folge. Die Anforderung der Jurylisten deutet darauf hin, dass er seine Aufsicht auf weitere Preise ausdehnen könnte. Nun wird genau beobachtet, ob weitere Änderungen in den Vergabeverfahren folgen.






