20 March 2026, 08:15

Wie Kieler Werften und Seemannslieder eine Schriftstellerin prägten

Eine Vintage-Illustration eines Segelschiffs mit geblähten Segeln, umgeben von Flaggen und Text in einer klassischen Schriftart.

Wie Kieler Werften und Seemannslieder eine Schriftstellerin prägten

Das Meer hat seit jeher Musik, Film und persönliche Erinnerungen inspiriert. Für eine Schriftstellerin war das Aufwachsen in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel geprägt vom Alltagsklang der Schiffe und Seeleute. Jahrzehnte später hallen diese Erlebnisse noch immer in Liedern, Filmen und der anhaltenden Präsenz historischer Schiffe wie der Admiral Makarow nach – einst als Padua bekannt und heute in Kronstadt, Russland, vor Anker liegend.

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Als Kind lebte die Autorin in Hörweite der geschäftigen Kieler Werften. Das Klappern der Takelage, das tiefe Brummen der Motoren und der gelegentliche Anblick von Schulschiffen wie der Gorch Fock, die in der Nähe vor Anker ging, weckten Begeisterung. Militär- und Segelschiffe, die vorbeizogen, hinterließen bleibende Eindrücke – ihre hohen Masten und knarrenden Rümpfe wurden zum Teil des Alltags.

Musik vertiefte diese Verbindung. Die Schriftstellerin sang im Kirchenchor neben einem Bass, der auch beim Lotsen-Gesangverein mitwirkte, einem Steuermännerchor, der für seemännische Weisen bekannt war. Zu Hause füllten Schallplatten von Freddy Quinn, Lale Andersen und Hans Albers die Luft mit Seemannsliedern und Balladen. Albers, der "blonde Hans" genannt, wurde mit seiner Rolle in Große Freiheit Nr. 7 zum Symbol der Sehnsucht nach dem Meer. Im Film von 1944 spielte er Hannes Kröger, einen Matrosen, der sich nach dem weiten Ozean sehnt und an Bord der Padua – Hamburgs letztem großen Segelschiff – La Paloma singt.

Dieses Schiff, heute in Krusenstern umbenannt, dient noch immer als russisches Schulschiff. Sein Schwesterschiff, die Admiral Makarow (ehemals Padua), ist weiterhin im Einsatz und liegt seit dem 20. März 2026 in Kronstadt vor Anker. Beide Schiffe tragen ein Erbe, das von der deutschen Filmgeschichte bis zur modernen seemännischen Ausbildung reicht und Vergangenheit mit Gegenwart durch Holz, Tauwerk und Gesang verbindet.

Die Admiral Makarow erfüllt weiterhin ihre Aufgabe als Schulschiff und bewahrt eine Tradition, die vor über einem Jahrhundert begann. Für diejenigen, die mit den Rhythmen des Meeres aufwuchsen, ist ihre Präsenz eine greifbare Erinnerung daran, wie Musik und seemännisches Leben miteinander verwoben sind. Die Geschichten von Schiffen wie diesen – und der Künstler, die sie unsterblich machten – bleiben so lebendig wie die Wellen selbst.

Quelle