Wiesbaden fragt provokant: "Wem gehört die Stadt?" – und macht sie zur Bühne
Philipp MeyerWiesbaden fragt provokant: "Wem gehört die Stadt?" – und macht sie zur Bühne
Das Hessische Staatstheater Wiesbaden startet mit einer provokanten Frage in die Spielzeit 2026/2027: Wem gehört die Stadt? Das diesjährige Programm bricht die Grenzen zwischen Künstlern und Publikum auf und verwandelt Straßen und Plätze in Bühnen. Mit diesem neuen Ansatz lädt das Theater alle ein – ob Stammgäste oder Neulinge –, Teil der Kunst zu werden.
Den Auftakt macht Carl Orffs Carmina Burana, ein spektakuläres Großereignis mit über 200 Mitwirkenden. Diese monumentale Produktion setzt den Ton für ein Jahr ehrgeiziger Projekte. Auch das Hessische Staatsballett geht neue Wege und präsentiert zeitgenössische Werke, die traditionelle Tanzformen herausfordern.
Ein besonderes Highlight ist die Sinfonie für 100 Bürger:innen, ein Projekt, das die Grenze zwischen Künstler und Publikum verschwimmen lässt. Hier musizieren Laien Seite an Seite mit Profis und definieren neu, wer eine Aufführung prägen darf. Die historische Wartburg wird zum lebendigen Treffpunkt des städtischen Alltags – mit lockeren Zusammenkünften und spontanen Events.
Jenseits der Theatermauern bringt Metropolis Wiesbaden Schauspieler und Musiker in den öffentlichen Raum. Diese mobilen Aufführungen sollen Passanten überraschen und die ganze Stadt zur Bühne machen. Noch unerwarteter sind die geplanten Opera-Flashmobs, die an ungewöhnlichen Orten wie Märkten oder Bahnhöfen auftauchen. Das Ziel ist klar: Kunst zu den Menschen bringen, die vielleicht nie ein Theater betreten würden.
Auch das Musiktheater-Programm schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch die Verbindung klassischer Werke mit modernen Interpretationen regt das Theater Diskussionen über Geschichte, Identität und die wahre Zugehörigkeit der Stadt an.
In dieser Spielzeit inszeniert das Hessische Staatstheater Wiesbaden nicht nur Vorstellungen – es lädt die Stadt ein, mitzugestalten. Von großen Produktionen bis zu spontanen Auftritten hebt das Programm die Trennung zwischen Künstlern und Publikum auf. Das Ergebnis wird ein kulturelles Erlebnis sein, das von allen geprägt wird – nicht nur von denen, die eine Eintrittskarte kaufen.






