Wiesbaden senkt CO₂-Ausstoß um 33 Prozent seit 1990 – doch der Verkehr bleibt Problemkind
Mia SchmitzWiesbaden senkt CO₂-Ausstoß um 33 Prozent seit 1990 – doch der Verkehr bleibt Problemkind
Wiesbaden hat bei der Reduzierung von Emissionen und dem Ausbau erneuerbarer Energien stetige Fortschritte gemacht. Allein im Jahr 2023 senkte die Stadt ihren Treibhausgasausstoß um 9,4 Prozent – insgesamt liegen die Emissionen nun 33 Prozent unter dem Niveau von 1990. Zudem wird derzeit ein neuer kommunaler Wärmeplan erarbeitet, um den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen.
Den aktuellen Zahlen zufolge stieß Wiesbaden 2023 noch 2,25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente aus. Das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent seit 2019, während die Pro-Kopf-Emissionen sogar um 39 Prozent sanken. Eine Schlüsselrolle spielte dabei die Solarenergie: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 13 Megawatt neue Leistung installiert.
Der Verkehrssektor bleibt trotz eines Emissionsrückgangs von 4 Prozent seit 2019 eine Herausforderung. Zwar sank der absolute Ausstoß, doch der Anteil an den Gesamtemissionen steigt. Um gegenzusteuern, elektrifiziert Wiesbaden seine Busflotte und fördert die Zulassung von Elektrofahrzeugen. Zudem wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Verkehrsanbietern Radwege ausgebaut, Carsharing-Angebote erweitert und weitere Ladestationen eingerichtet.
Bei der Wärmeversorgung dominiert nach wie vor Erdgas, das fast zwei Drittel des städtischen Bedarfs deckt. Um dies zu ändern, arbeiten die Verantwortlichen an einem Fernwärmeplan, der bis Mitte 2024 vorliegen soll. Die Strategie wird Ausbaukorridore und Zeitpläne für den Umstieg auf klimaneutrale Alternativen festlegen.
Der neue Wärmeplan wird klare Ziele zur Verringerung der Gasabhängigkeit setzen. Zusammen mit den laufenden Reformen im Verkehrssektor und dem Ausbau der Solarenergie sollen diese Maßnahmen den Emissionsrückgang weiter vorantreiben. Die Ergebnisse aus dem Jahr 2023 deuten bereits darauf hin, dass die Bemühungen erste Erfolge zeigen.






