Wiesbadens legendärer Kämmerer Dietrich Oedekoven mit 97 Jahren verstorben
Mia SchmitzWiesbadens legendärer Kämmerer Dietrich Oedekoven mit 97 Jahren verstorben
Dietrich Oedekoven, der langjährige Kämmerer der Landeshauptstadt Wiesbaden, ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Er starb am 12. März 2026, nur wenige Tage vor seinem 98. Geburtstag. Bekannt für seinen scharfen finanziellen Verstand und sein unermüdliches Engagement für die Stadt, hinterlässt Oedekoven ein bleibendes Erbe, das die Entwicklung Wiesbadens über Jahrzehnte geprägt hat.
Geboren 1928 in Aachen, studierte Oedekoven Rechtswissenschaften, Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaft. Bevor er nach Wiesbaden kam, sammelte er wertvolle Erfahrungen in Schlüsselpositionen, unter anderem im Justizministerium von Nordrhein-Westfalen und beim Deutschen Städtetag.
Seine Laufbahn in der Kommunalpolitik begann zunächst in Ludwigshafen, wo er sowohl als Bürgermeister als auch als Finanzdezernent tätig war. 1968 übernahm er das Amt des Wiesbadener Stadtkämmerers – eine Position, die er mehr als 20 Jahre lang ausfüllte. In dieser Zeit arbeitete er unter vier Oberbürgermeistern: Rudi Schmitt, Georg-Berndt Oschatz, Professor Hans-Joachim Jentsch und Achim Exner.
Oedekoven wurde zu einer prägenden Figur im Wandel der Stadt, bis er 1990 in den Ruhestand trat. Kollegen erinnerten sich an ihn als einen Mann von großer Präzision, akribischer Sorgfalt und der Fähigkeit, finanzielle Disziplin mit einem tiefen Verständnis für die Belange der Menschen zu verbinden. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt blieb er Wiesbaden verbunden, pflegte den Kontakt zu ehemaligen Kollegen und verfolgte weiterhin die Entwicklungen der Stadt.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende bezeichnete Oedekoven später als einen Menschen, der Verantwortung verkörperte – eine Persönlichkeit, die finanzielle Strenge mit unbestechlicher Integrität verband. Sein Einfluss reichte weit über Haushaltsfragen hinaus und prägte das Wachstum und die Funktionsweise der Stadt über Generationen hinweg.
Eine private Trauerfeier findet im Kreis der Familie statt, doch die Stadt Wiesbaden wird Oedekoven in einer öffentlichen Würdigung mit großer Hochachtung ehren. Sein Vermächtnis lebt weiter in den finanziellen Grundlagen der Stadt und in den vielen Menschen, deren Leben er während seiner jahrzehntelangen Dienstzeit berührt hat. Der Verlust wird nicht nur von denen betrauert, die an seiner Seite gearbeitet haben, sondern von einer gesamten Gemeinschaft, deren Aufbau er mitgestaltet hat.






