Windpark Hohen Wurzel: Gerichtsurteil entfacht alten Streit vor Kommunalwahlen
Philipp MeyerWindpark Hohen Wurzel: Gerichtsurteil entfacht alten Streit vor Kommunalwahlen
Der Streit um den Windpark Hohen Wurzel bei Wiesbaden und Taunusstein ist nach einem aktuellen Gerichtsurteil wieder aufgeflammt. Das Hessische Verwaltungsgericht hat frühere Entscheidungen, die das Projekt blockiert hatten, aufgehoben und damit das Genehmigungsverfahren vereinfacht. Diese Entwicklung bringt den langjährigen Konflikt kurz vor den Kommunalwahlen erneut in den Fokus.
Schon 2015 beantragte die Taunuswind GmbH den Bau von zehn Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von jeweils drei Megawatt. Doch die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieser Anlagen steht mittlerweile infrage. Der 11. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichts entschied kürzlich zugunsten des Projekts und kippte damit bisherige Hindernisse. Zwar wurde eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht zugelassen, ob diese jedoch eingereicht wird, bleibt ungewiss.
Der lokale Widerstand hält indes an. Taunusstein lehnt den Windpark weiterhin ab und verweist auf Bedenken beim Trinkwasserschutz sowie auf schützenswerte Naturgebiete. Die CDU hat ihre Ablehnung des Vorhabens bekräftigt und plant, es nach den anstehenden Kommunalwahlen zu blockieren. Gleichzeitig drängt ein linkes Bündnis darauf, das Gebiet als besonderen Windenergie-Bereich auszuweisen, um den Bau zu beschleunigen.
Das Hessische Wirtschaftsministerium teilt die rechtliche Auslegung des Gerichts zur Flächenbeitragswertung für Windenergie nicht. Die Wiesbadener FDP warnt, das Urteil könnte neue rechtliche Präzedenzfälle schaffen und so den Weg für weitere Windparks in der Region ebnen.
Die Gerichtsentscheidung hat zwar eine Hürde für den Windpark Hohen Wurzel ausgeräumt, doch rechtliche und politische Herausforderungen bleiben bestehen. Die Zukunft des Projekts hängt nun von möglichen Revisionen, den Ergebnissen der Kommunalwahlen und den anhaltenden Debatten über ökologische und wirtschaftliche Belange ab. Die Auseinandersetzung wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten kontrovers bleiben.
